Condor wächst und zahlt Staatskredit vorzeitig zurück

Vollendete Modernisierung der Langstreckenflotte, laufender Umbau auf der Kurz- und Mittelstrecke sowie der Aufbau eines komplett neuen Städteflugnetzes – es war viel los bei Condor im Geschäftsjahr 2024/2025. Die hohen Investitionen scheinen sich auszuzahlen: Mit der jüngst präsentierten Bilanz zeigt sich das Management der Airline sehr zufrieden.

Ein Condor-Flugzeug mit auffälligem gelb-weiß gestreiftem Design steht bei Sonnenaufgang auf dem Vorfeld eines Flughafens, umgeben von weiteren Flugzeugen und Flughafeninfrastruktur. Die Aufnahme zeigt das moderne Passagierflugzeug in voller Länge und betont das neue Lackierungskonzept von Condor Airlines.
Condor hat im Geschäftsjahr 2024/2025 operativ mehr verdient, aber unter dem Strich schlug ein gestiegener Verlust zu Buche. Foto: Flughafen Düsseldorf

Zehn-Millionen-Marke bei Fluggästen angepeilt

So konnte die Fluggesellschaft laut eigenen Angaben die Passagierzahl um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,6 Millionen steigern, auch die Anzahl der durchgeführten Flüge legte mit 22 Prozent zweistellig auf über 50.000 zu. Im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 erwartet die Fluglinie, erstmals Gäste im zweistelligen Millionenbereich zu befördern.

Zugleich wuchs die Flotte weiter, wenngleich nicht mehr so stark wie zuvor: Im Berichtsjahr 2024/2025 verfügte Condor inzwischen über knapp 70 Flugzeuge, ein Plus von elf Prozent.

Bei den Finanzdaten zeigt sich ein gemischtes Bild. Während der Umsatz um knapp elf Prozent auf über 2,3 Milliarden Euro stieg und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sogar um 25 Prozent auf einen Rekordwert von fast 151 Millionen Euro zulegte, stand unterm Strich dennoch ein Verlust von gut 110 Millionen Euro. Dies ist laut Unternehmen auf Zinsen für interne Darlehen durch den Condor-Investor Attestor sowie auf hohe Leasing-Verbindlichkeiten der überwiegend neuen Flugzeuge in der Flotte zurückzuführen. Zudem wurde der Bilanzierungsstandard umgestellt: Bislang wies Condor die Zahlen nach HGB aus, nun wurde erstmals der internationale Reporting-Standard IFRS genutzt.

Letzte Tranche von 175 Millionen Euro beglichen

Auswirkungen auf das Ergebnis hatten aber auch die hohen Investitionen in den Aufbau eines eigenen Zubringernetzwerks für das Drehkreuz Frankfurt. Dies war notwendig geworden, nachdem Hauptkonkurrent Lufthansa das „Special Prorate Agreement“ gekündigt hatte, das Condor über viele Jahre einen starken Zugriff auf Zubringerkapazitäten der Kranich-Airline gewährte. Für das City-Netz, das im Sommer auf 14 Flugstrecken wächst, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag aufgewendet.

Dennoch scheint die inzwischen 70-jährige Fluglinie, die 2021 durch den Attestor-Einstieg vor den wirtschaftlichen Folgen der Thomas-Cook-Pleite und Corona-Krise gerettet wurde, relativ stabil aufgestellt zu sein. Das zeigt sich auch daran, dass Condor den staatlichen KfW-Rettungskredit bereits sechs Monate vor seiner Fälligkeit komplett zurückgezahlt hat. Dabei handelt es sich um eine „Senior Tranche“ in Höhe von 175 Millionen Euro.

Daneben wird am 30. September noch eine „Junior Tranche“ fällig, die allerdings von Attestor bedient werden muss. Der britische Finanzinvestor hält 51 Prozent der Anteile an Condor, am Rest ist der Staat indirekt über die SG Luftfahrtgesellschaft beteiligt. Im Herbst könnte der Mehrheitseigner das Unternehmen komplett übernehmen, aber seit geraumer Zeit ist Attestor auf der Suche nach einem weiteren Investor, der sich an der Airline beteiligt.