Die Lufthansa-Gruppe geht nicht davon aus, dass ein möglicher Kerosinmangel infolge des Iran-Kriegs ihr Flugprogramm beeinträchtigt. „An allen sechs europäischen Drehkreuzen der Lufthansa Group sowie an anderen Flughäfen im Ausland gibt es von unseren Lieferanten keine Anzeichen dafür, dass die Treibstoffversorgung im Sommer gefährdet ist“, so Chief Commercial Officer Dieter Vranckx in einem von Lufthansa veröffentlichten Interview. Kunden könnten daher bedenkenlos Flüge buchen.

„Kunden können sich auf uns verlassen“
Vranckx verweist darauf, dass nur knapp ein Viertel der für Europa bestimmten Kerosinlieferungen die Straße von Hormus passieren müsse. Um die ausbleibenden Lieferungen zu kompensieren, kämen Importe nun verstärkt aus anderen Kontinenten, beispielsweise aus Nordamerika und Afrika. Zudem hätten europäische Raffinerien ihre Kerosinproduktion auf das maximale Level hochgefahren.

„Unsere Airlines sind bereit für den Sommer, unser Netz ist stark – unsere Kunden können sich auf uns verlassen“, betont der Lufthansa-Vorstand und verweist darauf, dass auch die Partner-Airlines zur Hochsaison „mit nahezu vollem Flugprogramm“ planten. Falls es wider Erwarten doch zu Treibstoffengpässen komme und deshalb Flüge ausfielen, stehe es dem Kunden frei, umzubuchen oder den Ticketpreis erstattet zu bekommen.
Umfrage bestätigt Verunsicherung bei Reisenden
Damit reagiert der Kranich-Konzern auf die anhaltende Diskussion um einen möglichen Kerosinmangel, der offenbar Reisende in Deutschland verunsichert. Bei einer Umfrage im Auftrag des Abrechnungsdienstleisters SAP Concur haben fast zwei Drittel der Befragten ihr Reiseverhalten bereits geändert, fast jeder Fünfte gab an an, schon einen Flug storniert oder umgebucht beziehungsweise eine Stornierung durch seine Airline erhalten zu haben.
Dagegen haben Politiker der schwarz-roten Regierungsfraktionen kürzlich Entwarnung gegeben. Bei einem Treffen der parlamentarischen Taskforce zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges habe die Luftverkehrswirtschaft kürzlich versichert, dass Flugreisen in den Sommerferien nicht gefährdet seien.


