Hohe Treibstoffpreise belasten Autofahrer derzeit massiv. In der aktuellen Diskussion fordert aber auch die Flugbranche von der Politik Entlastungen.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Maßnahmen gegen die hohen Treibstoffpreise an Tankstellen dringt auch die Flugbranche auf Entlastung. „Die gesamte Verkehrs- und Transportwirtschaft steht enorm unter Druck – der Luftverkehr in Deutschland und Europa ist davon erheblich betroffen“, so Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BDL. „Wenn jetzt über Entlastungen gesprochen wird, darf der Luftverkehr nicht außen vor bleiben.“
Lang verweist darauf, dass sich der Preis für Kerosin seit Beginn des Nahost-Konflikts mehr als verdoppelt habe. Die hohen Kosten brächten gerade kleinere Airlines „an den Rand des Verkraftbaren“, wie das aktuelle Schutzschirm-Verfahren der lettischen Fluglinie Air Baltic zeige.
Um die Anbindung der deutschen Metropolregionen an den internationalen Luftverkehr zu erhalten, seien spürbare Entlastungen bei den staatlichen Standortkosten erforderlich, fordert der BDL-Vertreter. Gleichzeitig müsse sich die Bundesregierung in Brüssel „mit Nachdruck“ für die Airlines einsetzen. „Der europäische Emissionshandel (EU-ETS) und die SAF-Quote gehen einseitig zu Lasten von EU-Unternehmen“, kritisiert Lang. „Diese steigende Kostenbelastung muss gestoppt werden – etwa durch ein ETS-Moratorium, das den ETS an das globale Klimaschutzinstrument Corsia anpasst.“
BDF fordert Aussetzen der Flugticketsteuer
Auch der Airline-Verband BDF verlangt von der Politik eine rasche Reaktion. „Es gibt für eine schnelle Entlastung der Fluggesellschaften ein sehr wirksames und zielgenaues Instrument: die deutsche Luftverkehrsteuer. Wir fordern deshalb die Aussetzung der Luftverkehrsteuer, solange der Nahost-Konflikt anhält und den Kerosinpreis auf Rekordhöhen hält“, sagt BDF-Geschäftsführer Michael Engel.
Vor dem Hintergrund stark gestiegener Kerosinpreise infolge der Iran-Kriegs fordert die Airline-Branche seit Monaten deutlichere Entlastungen. Auch die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 18/2026) beschäftigt sich mit dem Kostendruck und mögliche Auswirkungen auf Ticketpreise.


