Reisevertrieb

Kreditkarten: Reiseschutz mit Lücken

Auch die Stiftung Warentest rät dazu, den Reiseschutz separat zu buchen

Auch die Stiftung Warentest rät dazu, den Reiseschutz separat zu buchen. Foto: alexialex/istockphoto

Wenn es um den Verkauf von Reiseschutz geht, sind Kreditkarten zum größten Feind der Reisebüros geworden. Kartenfirmen haben das Plastik massiv in den Markt gedrückt, so dass heute jeder zweite Erwachsene eine Karte besitzt. Zu den wichtigsten Goodies des Zahlungsmittels haben sich Reiseversicherungen entwickelt. Das erschwert den Verkauf im Reisebüro – gute Argumente sind gefragt. Und die gibt es.

Denn der Kreditkartenschutz hat fast immer irgendwo Lücken. „Kartenanbieter haben nur begrenzte Mittel für den Reiseschutz zur Verfügung und können daher auch nur begrenzte Leistungen anbieten“, sagt etwa Thorsten Tschirner, Vertriebs-Manager der Hanse Merkur.

Ein kritischer Punkt seien etwa begrenzte Haftungssummen in der Krankenversicherung. Teilweise würden Reisen in Länder wie die USA ausgeschlossen oder die Rücktrittsgründe beschränkt, ergänzt die Ergo Reiseversicherung. Die Versicherer kennen die Lücken des Kreditkartenschutzes genau, denn sie sind oft selbst Partner der Kartenfirmen.

Als weitere Pluspunkte gegenüber den Karten nennt die Ergo die telefonische Stornoberatung oder die Travel & Care-App. Die Allianz nennt ihre Realtime-Karte, über die Arzt- und Apothekenrechnungen direkt vor Ort vom Versicherer bezahlt werden.

Auch die Stiftung Warentest nimmt immer wieder den Reiseschutz von Kreditkarten unter die Lupe, zuletzt für Premiumkarten in Finanztest 9/2018. Das Ergebnis dürfte Reiseverkäufer freuen: Lieber eine Standardkreditkarte kaufen und den Reiseschutz separat buchen, lautet die Empfehlung der Tester.

Wie genau Reisebüros überzeugend Kreditkartenargumente aushebeln können lesen Sie im Versicherungs-Special in der neuen touristik akutell, die heute erschienen ist.