Mo 24.10.16

Sydney: Zum Baden zu schade


Wanderungen an den Stränden der Metropole


Schwimmer und Surfer am Tamarama Beach

Schwimmer und Surfer am Tamarama Beach

Bizarre Klippen im Gaerloch-Schutzgebiet am Bondi-Coogee-Küstenweg. Fotos: cb

Bizarre Klippen im Gaerloch-Schutzgebiet am Bondi-Coogee-Küstenweg. Fotos: cb

Da könnte selbst Los Angeles neidisch werden: Mehr als 70 Strände umrahmen die Millionenmetropole Sydney. Die beiden berühmtesten sind Bondi Beach im Süden und Manly Beach im Norden – dazwischen liegen 24 Kilometer mit der spektakulären Wolkenkratzerkulisse.

Bondi Beach ist seit den Olympischen Spielen 2000 weltberühmt, denn hier stand das Beachvolleyball-Stadion. Auch der einen Kilometer lange Strand hätte eine Medaille verdient. Während das Nordende bei Schwimmern beliebt ist, fordert das Südende ambitionierte Surfer. Einheimische ziehen joggend oder mit Hund vorbei. 

Ein Küstenwanderweg führt zum sechs Kilometer südlich gelegenen Coogee Beach. Die malerische Felsenküste ist kurios erodiert. Mal ragt der Kalkstein wie eine Welle über den Weg, mal führen Treppen auf die Klippen und hinab. Wo immer möglich, bahnen Rampen Rollstuhlfahrern und Joggern den von Gummibäumen und Indischem Blumenrohr gesäumten Weg. Unter Naturschutz stehen die bizarren Felsen des Gaerloch Reserve. Mit etwas Glück sind von Mai bis November Wale vom Coastal Walk aus zu sehen. 

Kalksteinwellen und Wellenreiter
Der Tamaramastrand verdankt seinen Namen der Aborigine-Bezeichnung „Gama Gama“, den der Volksmund zu „Glamarama“ verballhornt, weil sich in dem 1920 eingerichteten Park die Schönen und die Reichen treffen. Wegen starker Strömungen gilt Tamarama als eines der gefährlichsten Surf-Reviere Australiens, was Wellenreiter jedoch nicht schreckt.

In der nächsten Bucht glänzt der breite Brontestrand mit Grill- und Picknickstationen. Vorbei an Waverleys historischem Friedhof geht es weiter zum bei Schnorchlern und Schwimmern populären Clovelly Beach. Mit einer spektakulären Aussicht belohnt die steile Treppe an der Gordons Bay alle, die durchhalten. Gastronomie, ein Parkgelände mit Barbecue-Stationen und noch mehr Strand warten in Coogee.

Schon der Blick auf Sydneys Skyline und das Opernhaus sprechen für die Fährpassage nach Manly. Dessen Strand ist noch länger und breiter als der Bondi Beach. An der Uferpromenade spenden Bäume Schatten – ein unschätzbarer Vorteil im Lichtschutzfaktor-50-Land.

Feinsandig und flach ins Wasser abfallend, präsentiert sich der Manly Beach familienfreundlich. Zugleich ist er ein erstklassiges Surf-Revier, Austragungsort der ersten Weltmeisterschaften 1964 sowie der „Australian Open“ im Februar. Entsprechend viele Board-Shops säumen die an den Strand führende Fußgängerzone.

Der Küstenwanderweg zur Spit Bridge führt duch den Nationalpark bis an Sydneys Hafen und ist in vier Stunden zu schaffen. Unterwegs warten Wasseragamen und Kormorane an der Fairy-Bower-Küste, wo auch Kunstobjekte den „Scenic Walkway“ säumen. Zwei Seenymphen recken sich am Meerwasser-Schwimmbecken, während gegenüber ein liegender Surfer eine Uferfelsen-Welle reitet.

Der nahe Shelly Beach heißt so, weil er aus Muschelschalen besteht. Hier veranstaltet Damien McClellan von Eco Treasures Schnorcheltouren. Taucherbrillen und Schwimmflossen bringt er mit und zeigt seinen Gästen Riesenlippfische, die über einen Meter lang werden können. 

Weibchen wird Männchen 
Alle „Blue Grouper“ – so der englische Name der Fische – werden als Weibchen geboren, erzählt Damien. Blau färben sie sich erst, wenn sie mindestens fünf Kilogramm wiegen und Männchen werden. Der Geschlechterwechsel ist typisch: „Bei Männermangel mutiert das älteste Weibchen zum Männchen“, weiß der Öko-Guide.

Unter Wasser zeugt ein Tangwald von Nährstoffreichtum. Zwischen den Felsen tummeln sich ganze Schwärme bunter Fische, Seeigel und gelegentlich rosa Quallen.

Hinter dem Shelly Beach beginnt der Sydney Harbour National Park. Damien kennt alle Bäume und Sträucher entlang des Küstenweges. Hochsaison ist hier von Mai bis Oktober, wenn Wale und Delfine vorbeiziehen.

Einen guten Rat für die Rückkehr an den Manly Beach gibt Damien uns am Ende noch mit auf den Weg: „Nehmt euch vor Zusammenstößen mit Langstreckenschwimmern in Acht!“


Christian Boergen

 

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