Der Deutschland-Tourismus brummt vielerorts, vor allem die Nachfrage nach Städtereisen in Top-Ziele wie München, Hamburg, Dresden und Berlin ist den regionalen Tourismusämtern zufolge auch 2026 sehr stark.
Zusätzlich getrieben wird das Geschäft durch Events wie Tagungen und Konzerte. Das spürt jetzt die thüringische Hauptstadt Erfurt. Die ist durch ihre historische Altstadt im Sommer grundsätzlich gut gebucht, im kommenden Juli wird es aber ganz ernst.

Anfang des Monats stehen die beliebten Domplatz-Konzerte auf dem Programm, hinzu kommt ein Parteitag der AfD. Die Konsequenz: „Der Bettenmarkt ist im Prinzip voll“, sagte der Geschäftsführer von Erfurt Tourismus, Christian Fothe, jetzt der „Thüringer Allgemeinen“. Viele Hotels seien bereits zu 100 Prozent ausgebucht.
Für Christian Fothe ist das keineswegs positiv. Man müsse davon ausgehen, dass die geballten Großereignisse den „sonst üblichen Tourismus verdrängen werden“. Er und sein Team seien derzeit am abwägen, „welche touristischen Angebote in dieser Zeit möglich sein werden und welche nicht“. So sei es denkbar, dass klassische Stadtführungen zwischen 3. und 5. Juli „keinen Sinn ergeben“. Fraglich sei auch, ob die historische Straßenbahn „ungehindert ihre Runden drehen“ könne.
Neuer Rekord an Übernachtungen
2025 hat die Tourismusbranche hier zu Lande mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekordwert für Deutschland aufgestellt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) verzeichneten die Beherbergungsbetriebe 0,3 Prozent mehr Übernachtungen als 2024, dem bisherigen Rekordjahr.
Erfurt legte sogar noch deutlicher zu: Mit rund 1.1 Millionen Übernachtungen wurde 2025 ein Zuwachs von rund 34.000 Übernachtungen und somit ein Plus von über drei Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht.



