Wildtiertourismus in Asien: Schutzprojekte statt Ausbeutung

Elefantenritte, Tiger-Selfies und Walhai-Touren versprechen Nähe zu Wildtieren – oft auf Kosten der Tiere. In Asien zeigen Schutzprojekte und Rehabilitationszentren, wie Begegnungen respektvoll und ohne Ausbeutung möglich sind.

Tiererlebnisse gehören für viele Asien-Reisende zum Pflichtprogramm. Doch hinter vielen Angeboten steckt Tierleid. Schutzprojekte und Rehabilitationszentren ermöglichen dagegen echte Begegnungen mit Wildtieren – artgerecht, respektvoll und ohne Ausbeutung.

Ein kurzer Check vor der Buchung hilft: Informationen zu Haltung, Finanzierung und konkreten Schutzmaßnahmen sollten transparent auf der Website des Anbieters stehen. Fehlen solche Angaben, ist Skepsis angebracht.

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Ein blauer Hintergrund mit weißem Text, der einen Zeitraum vom 7. bis 18. September, Angebote für Kinder und Stornierungen sowie einen Button enthält.

Elefanten: Beobachten statt reiten

Dressur, Anketten, Reitbetrieb: Das ist die Realität hinter vielen Elefantenangeboten im Tourismus. Ethische Projekte sehen anders aus.

Der Elephant Nature Park bei Chiang Mai in Thailand ist eines der bekanntesten Auffangzentren weltweit. Rund 75 gerettete Elefanten leben dort in relativer Freiheit. Besucher wandern neben den Tieren her und beobachten sie beim Baden – Reiten ist verboten.

Ähnlich arbeitet das Boon Lott’s Elephant Sanctuary in Sukhothai. Gäste helfen bei der Futtersuche und begleiten die Elefanten durch ihr Waldrevier. In Laos bietet Mandalao Elephant Conservation nahe Luang Prabang geführte Trekkingtouren neben freilaufenden Elefanten an.

Im vietnamesischen Yok-Don-Nationalpark werden ehemals touristisch genutzte Elefanten inzwischen nur noch aus respektvoller Distanz beobachtet.

Tiger: Schutz statt Selfie

Tiger-Attraktionen gehören bis heute zu den problematischsten Angeboten im Wildtiertourismus. Im berüchtigten Tiger Temple in Thailand wurden Tiere mit Drogen ruhiggestellt, damit Touristen Selfies mit ihnen machen konnten. Der Tempel wurde zwar geschlossen, das Problem hat sich dadurch aber nur verlagert.

Seriöse Projekte setzen dem ein klares Gegenmodell entgegen. Project Tiger in Indien schützt zahlreiche Tigerreservate und verbindet Wildereischutz mit Bestandsmonitoring. Geführte Jeep-Safaris sind möglich, Sichtungen jedoch nie garantiert.

Im nepalesischen Chitwan-Nationalpark arbeiten Ranger eng mit lokalen Gemeinden zusammen, um wildlebende Tiger zu schützen.

Eine Collage aus fünf Tierbildern: ein Orang-Utan, ein Walhai unter Wasser, ein Tiger auf einem Waldweg, ein Panda beim Fressen und eine Elefantenherde.
Orang-Utan, Walhai, Tiger, Panda und Elefanten: Verantwortungsvolle Wildtierbegegnungen setzen auf Schutz, Distanz und natürliche Lebensräume statt auf Inszenierung für Touristen. Fotos: ingimage, OceanPhoto/IMAGO, LAMBERTO JESUS, Jesuthas Ajendra, Sourabh Bharti/iStock

Orang-Utans: Distanz ist ein Erfolg

Orang-Utans in freier Wildbahn zu sehen, ist eines der eindrucksvollsten Tiererlebnisse überhaupt. Das Sepilok Orangutan Rehabilitation Centre in Sabah bereitet verwaiste Jungtiere seit 1964 auf ein Leben in der Wildnis vor.

Zweimal täglich können Besucher von Plattformen aus zuschauen, wie die Tiere zur Fütterungsstation kommen – oder auch nicht. Dass kein Orang-Utan erscheint, weil er sich im Wald selbst versorgt, gilt dort ausdrücklich als Erfolg. Direkter Kontakt ist strikt untersagt.

Das Semenggoh Wildlife Centre in Sarawak funktioniert nach demselben Prinzip: Beobachtung aus der Distanz, keine Inszenierung für Touristen.

Pandas: Forschung und Schutz im Mittelpunkt

Die Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding in der chinesischen Provinz Sichuan ist ein 247 Hektar großes Forschungsgelände mit rund 200 Tieren. Besucher beobachten Pandas beim Fressen, Spielen und bei der Jungenaufzucht – ohne direkten Kontakt.

Seit den 1980er-Jahren wurden dort 261 Jungtiere aufgezogen, viele davon schrittweise ausgewildert. Auch im China Conservation and Research Center for the Giant Panda können Besucher sich über die Arbeit der Forschenden informieren und beobachten, wie die Tiere versorgt werden.

Im Mittelpunkt stehen der Schutz der Pandas und wissenschaftliche Forschung.

Walhaie: Nicht anfüttern

Die Begegnung mit dem größten Fisch der Welt ist verlockend. Doch im beliebten Ort Oslob in der philippinischen Provinz Cebu füttern Fischer Walhaie täglich an. Das verändert das natürliche Wanderverhalten der Tiere und kann Stress auslösen.

Als Alternative gilt Donsol Bay in der Provinz Sorsogon: keine Fütterung, keine garantierten Sichtungen. Stattdessen gibt es in der Saison zwischen November und Juni Schnorchelausflüge, bei denen frei ziehende Walhaie vorsichtig begleitet werden.

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Worauf Reisende achten sollten

Seriöse Projekte werden von Naturschutzorganisationen betrieben oder sind etwa durch die Global Federation of Animal Sanctuaries (GFAS) zertifiziert. Die Tiere können sich frei bewegen, zeigen natürliches Verhalten und haben keinen direkten Kontakt zu Besuchern. Sichtungen sind nicht garantiert, denn die Tiere entscheiden selbst, ob sie Menschen nahekommen. Vorsicht ist dagegen bei Angeboten geboten, die Kunststücke, Selfies, feste Sichtungszeiten oder das Anfüttern von Wildtieren versprechen.