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Einreiseauflagen: Nur wenige „Stehenbleiber“

Dass Passagiere wegen der verschärften Einreiseregeln am Flughafen zurückgelassen werden, kommt offenbar selten vor. Foto: xijian/istockphoto

Dass Passagiere wegen der verschärften Einreiseregeln am Flughafen zurückgelassen werden, kommt offenbar selten vor. Foto: xijian/istockphoto

Die verschärften und sehr unterschiedlichen Einreiseauflagen der einzelnen Urlaubsländer sorgen nach wie vor für eine gebremste Buchungslage in der Touristik. Haben sich die Kunden jedoch für eine Reise entschieden, sorgen die behördlichen Vorgaben nur selten zu Problemen sowohl bei der Abreise als auch während der Reise – vor allem im Pauschalreisegeschäft. 

Dies ergibt eine Umfrage von touristik aktuell unter den großen deutschen Reiseveranstaltern. Zwar liegen den Unternehmen keine detaillierten Statistiken vor. Aber die Aussagen sind eindeutig: „Stehenbleiber“ sind hier die Ausnahme.

Veranstalter und Reisebüros informieren aktiv

Die Gründe dafür sind offensichtlich: Die Veranstalter informieren ihre Kunden in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Vertriebspartnern aktiv über die entsprechenden Formalitäten. Bei kurzfristigen Änderungen werden – soweit die Daten vorliegen – sogar SMS- oder Whatsapp-Nachrichten verschickt.

Das ist bei reinen Airline-Kunden oft anders. Zwar verschicken auch einige Fluggesellschaften aktuelle Infos, aber eben nicht alle. „Wir haben in der Tat viele Anfragen von Reisegästen, die ihren Flug direkt bei der Airline gebucht haben“, heißt es etwa bei DER Touristik.

In Frankfurt, aber auch bei FTI in München, wird die Vermutung einiger Reisebüros bestätigt: Die „Stehenbleiber“ seien oftmals reine Airline-Kunden. Eine detaillierte Auswertung dazu hat jedoch kein Veranstalter. So werden „Stehenbleiber“ etwa bei FTI lediglich unter dem Begriff „Ersatzbeförderung auf Kundenverschulden“ vermerkt. 

Lob für Arbeit der Reisebüros

Auch Veranstalter wie TUI, Alltours, Schauinsland und Ferien Touristik/Coral Travel haben die Erfahrung gemacht, dass die Reisebüros einen guten Job machen. Es käme in der Praxis „nur sehr selten vor“, dass eigene Kunden stehen blieben, weil ihnen ein PCR- oder Antigen-Test fehle oder ihnen nicht bewusst sei, dass man ohne Impfung in viele Länder nicht mehr einreisen dürfe.

TUI weist zudem explizit darauf hin, dass der Gast grundsätzlich auch „selbst gefragt ist, aktiv zu werden und sich die nötigen Informationen abzurufen“. Für Alltours-Inhaber Willi Verhuven und Bentour-Chef Deniz Ugur ist dies allerdings ohnehin bereits gelebte Praxis: Mittlerweile seien die Menschen informiert „und wissen, dass man gewisse Dokumente beim neuen Reisen braucht“.

Matthias Gürtler
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