Von Holi bis La Tomatina: Die außergewöhnlichsten Feste

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Viele Reiseziele sind nicht nur wegen ihrer Sehenswürdigkeiten einen Besuch wert, sondern auch wegen ihrer außergewöhnlichen Feste. Ob Tomatenwerfen, Wasserschlacht oder Farbenmeer – rund um den Globus gibt es Veranstaltungen, die jedes Jahr zahlreiche Besucher anziehen.

Eine Menschenmenge feiert im Freien bei einer Wasserschlacht, wobei viele Personen Wasserpistolen halten und durch feinen Wassernebel im Sonnenlicht stehen.
Beim Songkran-Festival in Thailand wird feucht-fröhlich gefeiert. Foto: yupiyan/iStock

Eine ebenso blutrote wie schmierige Angelegenheit ist „La Tomatina“ im spanischen Bunol. Am letzten Mittwoch im August, in diesem Jahr am 26. August, verwandelt sich das kleine Städtchen in Spanien in ein riesiges rotes Schlachtfeld: Mehr als 100 Tonnen reife Tomaten fliegen durch die Luft, Tausende Teilnehmer liefern sich eine einstündige Tomatenschlacht, für die übrigens Regeln gelten: Teilnehmer müssen unter anderem die roten Wurfgeschosse quetschen, damit sie nicht allzu weh tun. Danach rücken Feuerwehr und Anwohner an, um die Straßen wieder auf Hochglanz zu bringen.

Auch für Kinder gibt es eine eigene Ausgabe des Festivals. Die „Tomatina Infantil“ findet am 22. August statt.

Etepetete darf man auch beim „Boryeong Mud Festival“ in Südkorea nicht sein. Jedes Jahr im Juli wird der Strand von Daecheon zu einem riesigen Abenteuerspielplatz. Mehr als 100.000 Besucher rutschen durch meterhohe Schlammbecken, liefern sich Schlammschlachten, kämpfen auf aufblasbaren Hindernisparcours und entspannen bei Schlammpackungen. Was 1998 als Werbeaktion für mineralhaltige Kosmetik begann, hat sich mittlerweile zu einem der größten Sommerfestivals Asiens entwickelt.

Wer lieber mit Wasser feiert, hat gleich mehrere Möglichkeiten. Im italienischen Campagna gehört das Wasserfest „A Chiena“ in den Monaten Juli und August zu den Höhepunkten des Sommers. In dieser Zeit wird immer sonntags Wasser durch einen alten künstlichen Kanal umgeleitet und fließt anschließend durch die Straßen und Gassen der Altstadt. Auf dem Programm stehen kulturelle Veranstaltungen, Shows, Musik, Stadtführungen und die obligatorischen „Secchiate“, bei denen sich die Besucher mit Wasser aus Eimern überschütten.

Feucht-fröhliche Feierlichkeiten in Thailand

Wasserscheu sollten auch Besucher des „Songkran-Festivals“ in Thailand nicht sein. Vom 13. bis 15. April verwandeln sich ganze Städte in riesige Freiluft-Wasserparks. Was ursprünglich als religiöses Reinigungsritual zum thailändischen Neujahrsfest begann, ist heute eine der größten Wasserschlachten der Welt. Ein Highlight ist das Wasserfest in Thailands Hauptstadt Bangkok in der Khaosan Road und der Ratchadamnoen Avenue.

Besonders ausgelassen wird Songkran laut Veranstalter Dertour in der Küstenstadt Pattaya gefeiert. Dort dauern die Feierlichkeiten oft eine ganze Woche. Vor allem entlang der Beach Road liefern sich Einheimische und Urlauber wilde Wasserschlachten, begleitet von Schaumpartys und zahlreichen Poolpartys. Auch in Chiang Mai herrscht Ausnahmezustand: In der Nimmanhaemin Road sorgen DJs und Live-Acts für Festivalstimmung. Auf Phuket beginnen die Straßenfeste bereits am Morgen – etwa am Kata Beach, in Patong oder am Karon Beach. Gefeiert wird bis tief in die Nacht, insbesondere entlang der berühmten Bangla Road am Patong Beach.

Bunt, glamourös und winterlich

Nicht Wasser, sondern Farbe steht beim „Holi-Fest“ in Indien im Mittelpunkt. Das Frühlingsfest, das je nach Mondkalender meist im März gefeiert wird, taucht Straßen und Plätze in ein buntes Farbenmeer. Menschen jeden Alters bewerfen sich mit Farbpulver, tanzen gemeinsam und feiern den Sieg des Guten über das Böse.

Für Glamour sorgt der „Karneval in Rio de Janeiro“. Jedes Jahr im Februar oder März, kurz vor Beginn der Fastenzeit, ziehen prachtvoll geschmückte Sambaschulen durch das Sambodrom. Dazu kommen unzählige Straßenpartys, die Millionen Besucher in die brasilianische Metropole locken.

Winterlich wird es im chinesischen Harbin. Von Ende Dezember 2026 bis Februar 2027 entsteht dort beim „International Ice and Snow Festival“ aus riesigen Eisblöcken eine ganze Stadt mit Schlössern, Skulpturen und Rutschen, die nach Einbruch der Dunkelheit spektakulär beleuchtet werden. Das Eis- und Schneefestival zählt zu den größten seiner Art weltweit.

Ein faszinierendes Himmelsschauspiel bietet schließlich die „Albuquerque International Balloon Fiesta“ in den USA. Jedes Jahr Anfang Oktober, vom 3. bis 11., steigen Hunderte Heißluftballons gleichzeitig in den Himmel und sorgen für ein farbenfrohes Spektakel, das Besucher aus aller Welt anzieht. Mehr Infos sind auf der Website von Visit Albuquerque zu finden.

Von Rettichen und Wikingern

Ein ganz anderes Bild bietet die mexikanische Stadt Oaxaca am 23. Dezember. Bei der Night of the Radishes („Noche de los Rábanos“) schnitzen Künstler aus riesigen Rettichen aufwendige Figuren, Landschaften und Krippenszenen. Die Kunstwerke werden nur für wenige Stunden ausgestellt und von einer Jury prämiert. Das außergewöhnliche Festival geht auf eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert zurück, als Gemüsehändler ihre Ware mit kunstvoll geschnitzten Rettichen attraktiver machen wollten.

In Lerwick auf den schottischen Shetlandinseln wird traditionell am letzten Dienstag im Januar mit „Up Helly Aa“ das größte Feuer- und Wikingerfestival Europas gefeiert. Mehr als 1.000 Teilnehmer ziehen in historischen Wikingergewändern und mit brennenden Fackeln durch die Straßen von Lerwick. Höhepunkt des Spektakels ist das feierliche Verbrennen eines detailgetreu nachgebauten Wikinger-Langschiffs.

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