Wie kann Tourismus in Palästina trotz der schwierigen Lage funktionieren? Beim Palestine Tourism Forum in Berlin diskutieren Vertreter aus Politik und Reisebranche über Wege der Zusammenarbeit. Auch Reisen nach Israel und Jordanien sowie die Saison 2027 stehen im Fokus.
Die politische Lage im Nahen Osten, speziell in Israel, in den palästinensischen Gebieten und im Libanon, ist nach wie vor schwierig. Und der Frieden in der Region scheint in weiter Ferne zu liegen. Dennoch gibt es in vielen Regionen weiterhin eine Art Normalität. Und auch das Reisen ist nach wie vor möglich, speziell mit Blick auf Studien- und religiös motivierte Reisen.
Unter welchen Bedingungen dieser Tourismus stattfinden kann, was dabei zu beachten ist und wie die Region in den Medien dargestellt wird, sind Themen des Palestine Tourism Forum Berlin. Es findet am 12. und 13. November statt und wird Vertreter aus Politik, Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit zusammenbringen.
Wie kann der Tourismus handlungsfähig bleiben?
Diskutiert wird dort auch, wie der palästinensische Tourismus unter den aktuellen Bedingungen handlungsfähig und mit den internationalen Märkten verbunden bleiben kann. Das Forum ist als neue internationale Plattform angelegt, die über die Veranstaltung hinaus konkrete Zusammenarbeit ermöglichen soll.
Davon abgesehen geht es den Organisatoren um die Sichtbarkeit der Region. Man wolle zeigen, „dass Palästina als Destination nicht nur abwartet, sondern aktiv den Kontakt zur Reiseindustrie sowie zu Politik und Entwicklungshelfern sucht“.
Ernste Lage auch in Israel und Jordanien
Bei dem Event wird es nicht allein um die Situation des Tourismus in Palästina gehen, sondern auch um die touristische Lage in Israel und Jordanien. Denn es finden zwar weiterhin Reisen statt, einige Anbieter sprechen mit Blick auf die Frühjahrs- und Ostersaison 2027 sogar von einer „hohen Nachfrage“.
Doch der klassische Rundreisetourismus ist eingebrochen. Und ob die für 2027 geplanten Reisen auch durchgeführt werden (können), steht auf einem anderen Blatt. Wie auch immer: Viele klassische Studien- und Bibelreiseanbieter haben die Region weiter im Programm.
Ikarus Tours mit Jordanien-Reisen
Zu ihnen gehört unter anderem auch Ikarus Tours. Zwar seien Israel und Palästina derzeit auch aus Sicherheitsgründen und auch aus Nachfragemangel nicht im Programm, berichtet Vertriebschef Ralf Huber.
Jordanien dagegen sei weiterhin buchbar, einige Kleingruppen und geführte Individualreisende seien jetzt im Oktober und November auch vor Ort unterwegs. Nicht nur für Jordanien, sondern auch für die Kombination Jordanien/Ägypten gebe es eine gewisse Nachfrage, so Ralf Huber.
„Wir gehen davon aus, dass es für Jordanien so ähnlich für 2027 weitergeht, es sei denn, die Sicherheitslage verschärft sich auch für dieses Land.“ Ähnliches gilt für SKR Reisen.
Studiosus vorsichtig, Gebeco mit Jordanien
Studiosus hat für 2027 Reisen nach Israel inklusive Westjordanland/palästinensischem Gebiet sowie Jordanien-Reisen im Angebot. Ob sie durchgeführt werden können, ist allerdings offen. Aktuell lasse die Sicherheitslage keine Durchführung zu, heißt es aus München.
Nicht anders ist die Einschätzung bei Gebeco. „Wir beobachten die Situation vor Ort sehr intensiv und stehen im permanenten Kontakt mit unserer Agentur vor Ort“, berichtet COO Thomas Bohlander. Aktuell führe man Reisen nach Jordanien durch, für Israel gebe es bis Ende 2026 keine Abreisen mehr. 2027 hoffe man, die Region wieder vollständiger anbieten zu können.
Infos beim Forum, Reiseberichte im Web
Das Tourismusforum ist eine Initiative des Ministers für Tourismus und Antiquities sowie des Wirtschaftsministeriums von Palästina. In Berlin mit dabei sind auch Vertreter der Palestine Media Library. Sie macht auf ihrer Website Destinationpalestine.io Bildmaterial und touristische Inhalte für Medien und die Branche zugänglich.
Weitere Informationen und ein Anmelde-Tool finden sich auf der Website des Palestine Tourism Forums. Was in Palästina touristisch alles möglich ist, wie kreativ lokale Touristiker sind (wenn es ihnen möglich ist) und was die Region touristisch zu bieten hat, zeigen unter anderem die auf dieser Website zugänglichen Reiseberichte. Sie entstanden während einer Reise im Jahr 2019 und sind unter dem Suchbegriff „Palästina“ zu finden.




