
Eine Sturzflut in Nepal fordert zahlreiche Opfer. Veranstalter wie Studiosus, Gebeco und ASI Reisen informieren über die Sicherheit ihrer Gäste.
In einer riesigen Flutwelle im Grenzgebiet zwischen Nepal und der zu China gehörenden Autonomen Region Tibet sind gestern mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen sind verletzt, Hunderte werden noch vermisst, darunter auch zahlreiche Touristen. Nach Angaben der F.A.Z. befinden sich darunter auch acht deutsche Touristen.
Zumindest von Veranstalterseite gibt es Entwarnung. Die meisten von touristik aktuell angefragten Studien- und Erlebnisreisespezialisten haben derzeit keine Gäste in der Region. Lediglich SKR hat derzeit eine Gruppe in Nepal, allerdings nicht im von der Sturzflut betroffenen Gebiet. Die Gruppe sei daher nicht betroffen, versichert Geschäftsführer Philip Unrein.
Spezialisten informieren über aktuelle Lage
Bei Studiosus startet die nächste Nepal-Reise am 29. August, sie führt allerdings nicht in die Regionen Rasuwa und Langtang, schreibt der Veranstalter auf seiner Webseite. „Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Leistungspartnern vor Ort und beobachten die weitere Lageentwicklung in Nepal sehr aufmerksam, nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor und informieren unsere Gäste“, heißt es.
Die nächste Studiosus-Reise, deren Route eine Fahrt über den von der Sturzflut betroffenen Abschnitt des „Friendship Highway“ vorsieht, beginnt am 4. September. Den Verlauf dieser Reise passe man derzeit an und informiere die Gäste zeitnah.
Der zur Studiosus-Gruppe gehörende Veranstalter Hauser Exkursionen hat Ende Oktober eine Tour in diese Gegend vorgesehen. „Hierfür beobachten wir die weitere Lageentwicklung sehr genau und passen gegebenenfalls die Routenführung an“, heißt es auch hier.
Veranstalter zeigen sich erschüttert
Bei Gebeco steht die nächste Abreise Ende September an. „Wir sind in Gedanken bei den zahlreichen Opfern der schweren Sturzflut“, so CCO Michael Knapp. Michél Pretzsch, Abteilungsleiter Marketing und Vertrieb von Diamir, äußert sich ähnlich: „Schrecklich. Wir sind in Gedanken bei den Menschen der Region und allen Angehörigen.“
„Wieder eine Naturkatastrophe, wie schlimm“, sagt Ralf Huber, stellvertretender Geschäftsführer von Ikarus Tours. „Zum Glück haben wir derzeit keine Kunden in Tibet oder Nepal.“ Nepal-Kunden habe man erst wieder Anfang November, „dann aber auch in einer etwas anderen Region.“
Auch Ambros Gasser, Geschäftsführer von ASI Reisen, zeigt sich „erschüttert vom Ausmaß der Flutkatastrophe“. Man stehe in engem Kontakt zu den lokalen Partnern. „Wir haben derzeit keine Gäste in der Region. Mit Stand heute reisen am 12. September unsere nächsten Gäste nach Nepal, jedoch nicht in diese Region.“
Saison startet erst im September
Dertour hat ebenfalls keine Gäste in der Region. In einem Schreiben des Krisenmanagements heißt es: „Generell startet die Saison erst im September, so dass jetzt keine Pauschalreisegäste vor Ort sind von uns. Die nächsten Anreisen haben wir erst ab zirka Mitte September. Natürlich halten wir die tragische Situation im Blick. Ein realistisches Lagebild ist jedoch noch nicht möglich, dafür ist die Lage noch viel zu ungenau. Die tragische Katastrophe hat bereits jetzt unvorstellbare Dimensionen angenommen und es ist zu erwarten, dass die Auswirkungen noch deutlich größer werden. Die Kommunikationsmöglichkeiten aus Nepal sind unter normalen Umständen schon sehr eingeschränkt und aktuell kommt es zu umfangreichen Netzbeeinträchtigungen, so dass der Informationsfluss sehr zögerlich kommt.“
Laut Dertour befinden sich unter den Vermissten sich zahlreiche Touristen und Pilger. „Nach aktuellem Kenntnisstand dürften sich überwiegend Individualreisende in der betroffenen Region aufgehalten haben, die ihre Reisen und Trekkingtouren über lokale Veranstalter gebucht hatten. Dies entspricht den bisherigen Rückmeldungen unserer Partner vor Ort“, schreibt der Reisekonzern.
Auswärtiges Amt informiert über Sicherheitslage
Laut Auswärtigem Amt ist es um die Orte Timure und Syarubesi im Rasuwa-Distrikt (Langtang) zu der massiven Sturzflut gekommen, die zahlreiche Tote und Verletzte gefordert hat. Das Ausmaß der Zerstörung sei noch nicht vollständig absehbar. Das Gebiet ist Ausgangspunkt für Trekking-Touren im Langtang.
Die Behörde meldet weiter, dass die nepalesischen Behörden die Straße von Kathmandu nach Pokhara/Chitwan/Nagarkot aus Sicherheitsgründen teilweise für den Straßenverkehr gesperrt haben, da die Sturzflut Überschwemmungen in anderen Landesteilen nach sich ziehen kann, insbesondere entlang des Flusses Trishuli.
Laut Auswärtigem Amt haben die nepalesischen Behörden folgende Notrufnummern veröffentlicht: 1234/1144 oder Touristenpolizei: 985 128 94 45.



