Die internationale Tourismusbranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück: Laut dem aktuellen „World Tourism Barometer“ der Welttourismusorganisation (UN Tourism) stieg die Zahl der internationalen Touristenankünfte um vier Prozent auf insgesamt 1,52 Milliarden. Das entspricht fast 60 Millionen mehr Reisende als im Vorjahr und markiert einen neuen Rekord für die Zeit nach der Pandemie. Damit setzt sich der Wachstumstrend fort, der bereits 2024 zur vollständigen Erholung der internationalen Ankünfte geführt hatte.
Starke Nachfrage trotzt Herausforderungen
Trotz globaler Unsicherheiten wie Inflation, geopolitischer Spannungen und gestiegener Reisekosten blieb die Nachfrage laut UN Tourism robust. Besonders die Erholung in Asien und im Pazifikraum sowie eine verbesserte Luftverkehrsanbindung und erleichterte Visa-Bedingungen begünstigten den Aufschwung. Die Einnahmen aus dem Tourismus wuchsen sogar noch stärker als die Ankunftszahlen: Mit geschätzten 1,9 Billionen US-Dollar an internationalen Tourismuseinnahmen wurde ein Plus von fünf Prozent gegenüber 2024 erzielt. Inklusive Passagiertransport erreichten die Exporteinnahmen aus dem Tourismus weltweit einen neuen Höchstwert von 2,2 Billionen US-Dollar.
Regionale Gewinner: Afrika und Asien legen kräftig zu
Afrika war 2025 mit einem Plus von acht Prozent der Wachstumschampion unter den Regionen. Marokko steigerte die internationalen Ankünfte um 14 Prozent, Südafrika sogar um 19 Prozent. Auch Ägypten konnte mit einem Plus von 20 Prozent glänzen. Auch in Asien und dem Pazifikraum hält das Wachstum an (plus sechs Prozent), wobei Länder wie Bhutan (+ 30 Prozent), Sri Lanka (+ 17 Prozent), Japan (+ 17 Prozent) und Usbekistan (+14 Prozent) herausragten.
Europa, weiterhin die größte Zielregion, verzeichnete einen Zuwachs von vier Prozent auf 793 Millionen Ankünfte. Besonders Island (+ 29 Prozent), Norwegen (+ 13 Prozent) und Zypern (+ 12 Prozent) legten zu. In Amerika war das Bild gemischt: Während Südamerika (plus sieben Prozent) und Zentralamerika (plus fünf Prozent) zulegten, sorgte ein schwächeres Wachstum in den USA für insgesamt moderatere Zahlen.
Tourismus als Wirtschaftsfaktor: Positive Impulse für viele Länder
Neben den Ankunftszahlen entwickelten sich auch die Einnahmen aus dem Tourismus vielerorts sehr dynamisch. Marokko (+ 19 Prozent), Südkorea (+ 18 Prozent), Japan (+ 14 Prozent) und Mauritius (plus zehn Prozent) meldeten deutliche Zuwächse. Unter den größten Profiteuren im internationalen Vergleich rangieren Großbritannien und Frankreich (jeweils plus neun Prozent), Spanien (plus sieben Prozent) und die Türkei (plus sechs Prozent).
Ausblick 2026: Wachstum trotz Unsicherheiten erwartet
Für 2026 prognostiziert UN Tourism weiteres Wachstum: Die internationalen Ankünfte sollen um drei bis vier Prozent zulegen. Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele in Italien und die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika sollen zusätzliche Impulse liefern. Allerdings bleiben Risiken bestehen: Die Hälfte der befragten Tourismusexperten nennt wirtschaftliche Unsicherheiten, hohe Reisekosten und geopolitische Risiken als Herausforderungen für das kommende Jahr.




