Bußgelder in Europa: Wo Autofahrer im Urlaub aufpassen müssen

Ein Polizist in Uniform mit weißer Mütze steht neben einem grauen Pkw und notiert etwas in einem Block, während zwei Männer im Fahrzeug sitzen und zusehen.
Wer in Italien ohne entsprechende Genehmigung in eine ZTL-Zone fährt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 100 Euro rechnen. Foto: krblokhin/iStock

Umweltzonen, Zufahrtsbeschränkungen, Maut und hohe Strafen für Verkehrsverstöße: Wer mit dem Auto durch Europa reist, muss längst mehr beachten als Tempolimits.

ta-Redakteurin Melanie Gottschalk ist ihr Florenz-Besuch teuer zu stehen gekommen: Sie ließ sich in der toskanischen Stadt von Google Maps zu einem Parkhaus leiten. Dies lag – ohne dass Melanie Gottschalk es wusste – in einer ZTL-Zone. Als ihr dies bewusst wurde, drehte sie sofort um und verließ die Umweltzone. Der Strafzettel kam trotzdem – die ta-Redakteurin musste 100 Euro zahlen.

Das ist keine Ausnahme. Immer mehr Städte und Regionen regulieren den Autoverkehr mit Umweltzonen und Zufahrtsbeschränkungen. Häufig übernehmen Kameras die Kontrolle. Wer eine Zone unberechtigt befährt, bekommt deshalb unter Umständen erst nach der Reise davon Kenntnis.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Umweltzonen in Italien: ZTL-Zonen in historischen Zentren

In Italien beschränken die ZTL-Zonen (Zone a Traffico Limitato) den Verkehr in vielen historischen Stadtzentren. Sie werden per Kamera überwacht. Auch Hotelgäste haben nicht automatisch eine Zufahrtsberechtigung. Wer innerhalb einer ZTL-Zone übernachtet, sollte vorab klären, ob das Hotel das Kennzeichen registriert kann und welche Zufahrt genutzt werden darf. Ein Verstoß kann rund 100 Euro einschließlich Verfahrenskosten kosten.

Umweltzonen in Spanien: Registrierung erforderlich

In Spanien gelten in vielen Städten die „Zonas de Bajas Emisiones“ (ZBE). Die Kommunen entscheiden selbst, welche Fahrzeuge sie zulassen. Besonders relevant für deutsche Urlauber ist Barcelona: Ausländische Fahrzeuge müssen vor der Einfahrt in die Umweltzone grundsätzlich registriert werden. Die Registrierung kostet derzeit sieben Euro und kann bis zu 15 Tage dauern, Infos hier.

Umweltzonen in Frankreich: Crit’Air-Vignette notwendig

In Frankreich benötigen ausländische Fahrzeuge für Umweltzonen die „Crit’Air“-Vignette. Sie allein garantiert jedoch noch keine Einfahrt. Welche Fahrzeugklassen zugelassen sind und wann Einschränkungen gelten, wird lokal festgelegt. Wer mit einem Pkw gegen die geltenden Vorschriften verstößt, muss in der Regel mit 68 Euro Bußgeld rechnen.

Umweltzonen in Belgien und Großbritannien: Hohe Strafen für Verstöße

In Belgien gibt es unter anderem in Brüssel, Antwerpen und Gent Umweltzonen. Für ausländische Fahrzeuge ist je nach Zone eine vorherige Registrierung erforderlich. In Brüssel können Verstöße gegen die Umweltzonenvorschriften mit 350 Euro geahndet werden.

In Großbritannien ist London mit der Ultra Low Emission Zone (ULEZ) besonders wichtig. Sie umfasst inzwischen nahezu das gesamte Londoner Stadtgebiet. Für Fahrzeuge, die die Emissionsstandards nicht erfüllen, fällt eine tägliche Gebühr an.

Transitländer: Strafen bei fehlender Vignette oder zu schnellem Fahren

In Österreich kostet die Ersatzmaut für einen Pkw ohne gültige Vignette 200 Euro. Wer diese nicht bezahlt, riskiert ein Verwaltungsstrafverfahren mit deutlich höheren Kosten.

Die Schweiz verlangt für Autobahnen und Autostraßen eine Jahresvignette für 40 Franken. Wer ohne Vignette unterwegs ist, zahlt 200 Franken Buße und muss zusätzlich die Vignette erwerben. In Slowenien beginnen die Bußgelder für eine Überschreitung des Tempolimits um 20 Stundenkilometer bei 40 Euro. Wer dagegen mehr als 50 Stundenkilometer zu schnell fährt, muss mit bis zu 1.200 Euro rechnen. Auch die Nutzung des Mobiltelefons am Steuer wird mit 250 Euro vergleichsweise streng geahndet.

Auch die Niederlande fallen durch vergleichsweise hohe Verkehrsbußen auf: 20 Stundenkilometer zu schnell kosten mindestens 229 Euro, ein Rotlichtverstoß 320 Euro.

Strafzettel aus dem Ausland: Was tun?

Ein Verstoß im Ausland ist mit der Heimreise nicht automatisch erledigt. Innerhalb der EU können Halterdaten grenzüberschreitend ausgetauscht werden. Bestimmte Verkehrsverstöße können daher auch in Deutschland verfolgt und vollstreckt werden.

Warum man den Strafzettel aus dem Ausland nicht ignorieren sollte, hat der ADAC in einem Beitrag zusammengefasst.