DRV verleiht Eco Trophea an HX Expeditions

Die Eco Trophea 2026 des Deutschen Reiseverbandes geht an HX Expeditions. Das Kreuzfahrtunternehmen wird für ein Projekt in der kanadischen Arktis ausgezeichnet, bei dem Inuit-Gemeinden touristische Angebote aktiv mitgestalten und an der Wertschöpfung teilhaben.

Zwei Personen in Outdoor-Kleidung schenken einer älteren Frau in traditioneller Kleidung mit einer Metallkanne ein heißes Getränk in Becher ein.
Inuit-Gemeinden in der kanadischen Arktis gestalten touristische Angebote von HX Expeditions aktiv mit. Foto: HX Expeditions

Der Deutsche Reiseverband (DRV) verleiht die Eco Trophea 2026 an das Kreuzfahrtunternehmen HX Expeditions. Die internationale Nachhaltigkeitsauszeichnung würdigt das Projekt „Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences“, bei dem Inuit-Gemeinden in der kanadischen Arktis touristische Angebote gemeinsam mit dem Unternehmen entwickeln und umsetzen.

Das diesjährige Schwerpunktthema lautet „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“. Die sechsköpfige Jury unter Vorsitz von Harald Zeiss, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit und Professor für Tourismus an der Hochschule Harz, entschied sich einstimmig für das Projekt. Neben HX Expeditions waren Ecomapu Travel mit „Community-Based Tourism for Valparaiso“ und G Adventures mit „Trees for Days“ nominiert.

Inuit-Gemeinden als aktive Gestalter

Im Rahmen des Projekts werden die lokalen Gemeinden in der Nordwestpassage in die Routenplanung und die Gestaltung der Angebote einbezogen und direkt mit der Durchführung touristischer Leistungen beauftragt. Lokale Akteure entscheiden dabei auch mit, wie ihre Kultur und ihr Wissen gegenüber Gästen vermittelt werden. Traditionelle Praktiken, Handwerk, Führungen zu Kulturerbestätten und mündliches Storytelling werden von Menschen aus den Communities selbst übernommen. Pro Gemeinde sind nach Angaben von HX Expeditions 20 bis 30 Personen unmittelbar eingebunden.

Erste Ergebnisse liegen bereits vor: Für zwei Reisen durch die Nordwestpassage im Sommer 2025 wurden laut Unternehmen rund 260.000 Euro Einnahmen für von den Gemeinden organisierte Aktivitäten erzielt. Weitere rund 77.000 Euro flossen über optionale, von der lokalen Community geleitete Ausflüge direkt an beteiligte Personen.

Jury würdigt Verbindung von Wertschöpfung und Mitbestimmung

„Nachhaltiger Tourismus gelingt dort, wo die Menschen vor Ort nicht nur beteiligt, sondern aktiv mitgestalten“, sagte Juryvorsitzender Zeiss. Das Projekt verbinde wirtschaftliche Chancen mit sozialer und kultureller Verantwortung. Er räumte zugleich ein, dass sich das seit 2025 laufende Vorhaben noch in einer frühen Phase befinde, es zeige jedoch bereits, „wie touristische Wertschöpfungsstrukturen verändert und lokale Gemeinschaften zu aktiven Gestaltern des Tourismus werden können“.

Gebhard Rainer, Geschäftsführer von HX Expeditions, erklärte: „Diese Auszeichnung bestätigt unsere Überzeugung, dass echter nachhaltiger Tourismus gemeinsam mit den Menschen vor Ort beginnt.“ Man wolle Tourismus so gestalten, dass die Menschen vor Ort nicht nur beteiligt würden, sondern auch unmittelbar von der wirtschaftlichen Wertschöpfung profitierten.

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