Heftige Unwetter stören den Reiseverkehr im östlichen Mittelmeer. In Istanbul wurden Dutzende Flüge umgeleitet oder gestrichen, in Griechenland fallen zahlreiche Fähren aus. Auch auf den Balearen drohen am Wochenende schwere Gewitter mit möglichen Folgen für den Flug- und Fährverkehr.

Schwere Unwetter haben den Flugverkehr in Istanbul massiv beeinträchtigt und sorgen auch in Griechenland und möglicherweise auf den Balearen für Einschränkungen im Reiseverkehr. Nach Angaben des türkischen Verkehrsministeriums mussten 43 Flugzeuge, die am Istanbul Airport landen sollten, auf andere Flughäfen ausweichen. Drei weitere Maschinen wurden von Sabiha Gökçen nach Ankara umgeleitet. Insgesamt wurden 19 Flüge gestrichen.
Als Ausweichflughäfen dienten unter anderem Ankara, Izmir, Antalya, Balıkesir und Çanakkale sowie Athen, Burgas und Teheran. Am Flughafen Sabiha Gökçen wurde der Betrieb zeitweise komplett unterbrochen, inzwischen aber wieder aufgenommen. Für das Wochenende liegen bislang keine bestätigten weiteren Flugstreichungen vor, allerdings prognostiziert das städtische Katastrophenmanagementzentrum AKOM für Samstag erneut ergiebige Niederschläge von 30 bis 60 Litern pro Quadratmeter.
Da die Böden laut Behördenangaben bereits stark gesättigt sind, bestehe weiterhin Überschwemmungsgefahr. Reisende mit Verbindungen über Istanbul sollten ihren Flugstatus überprüfen, auch bei Umsteigeverbindungen sind weitere Verspätungen möglich. Dies ist besonders brisant, weil wegen des Konflikts in der Golfregion viele Flüge mit einem Umstieg über Istanbul abgewickelt werden.
Fährverkehr in Istanbul und Griechenland eingeschränkt
Auch der Schiffsverkehr ist betroffen. Auf dem Marmarameer hat die städtische Reederei Şehir Hatları mehrere Verbindungen wetterbedingt gestrichen, darunter die Strecken Üsküdar–Haliç, Beşiktaş–Haliç und Kadıköy–Haliç. Die Reederei İDO strich drei Verbindungen zwischen Kadıköy, Yenikapı und Bandırma beziehungsweise Bursa, führt die Streichungen allerdings auf Fahrplanänderungen zurück und nicht ausdrücklich auf das Unwetter.
Die türkischen Wetterbehörden rechnen auch am Wochenende mit starken Niederschlägen, neben dem schwer getroffenen Istanbul könnten nach Behördenangaben insbesondere die Schwarzmeerküste und Teile der türkischen Mittelmeerregion betroffen sein.
In Griechenland mussten vor allem in der Ägäis zahlreiche Fähren wegen starker Winde und hohen Wellengangs in den Häfen bleiben. Die Reederei Seajets hat die Fahrten der Superrunner Jet zwischen Paros und Rafina bis zum 28. Oktober gestrichen, auch die Verbindung von Rafina über Paros nach Naxos bleibt in diesem Zeitraum ausgesetzt. Gestrichen wurde außerdem die Verbindung von Patras über Igoumenitsa nach Venedig mit der Superfast IV. Auf weiteren Strecken, darunter ab Naxos, Mykonos und Syros, gelten Sonderfahrpläne. Betroffen sind insbesondere die Fährhäfen Piräus, Rafina, Patras, Igoumenitsa sowie mehrere Inselhäfen.
Balearen: Unwetter ab dem Wochenende möglich
Unterdessen richtet sich der Blick auf das westliche Mittelmeer. Der spanische Wetterdienst Aemet rechnet ab Samstag mit teils kräftigen Niederschlägen und Gewittern auf den Balearen. Besonders kritisch könnte die Lage am Sonntag und Montag werden. Zunächst könnten Ibiza und Formentera betroffen sein, bevor sich die Unwetter auf Mallorca und weitere Teile der Inselgruppe ausweiten.
Im Flugverkehr stehen die Flughäfen Palma de Mallorca, Ibiza und Menorca im Fokus – bei schweren Gewittern sind Verspätungen, Umleitungen und kurzfristige Streichungen möglich. Auch im Fährverkehr drohen Einschränkungen, besonders auf der Verbindung zwischen Ibiza und Formentera sowie auf den Strecken zum spanischen Festland. Konkrete Flug- oder Fährstreichungen für Sonntag und Montag sind bislang allerdings nicht bestätigt. Die genaue Zugbahn des Höhentiefs und damit die Verteilung der Niederschläge sind nach Angaben von Aemet noch unsicher.


