Havila sichert sich langfristige Finanzierung

Futuristischer Firmensitz einer Kreuzfahrtreederei an der norwegischen Küste. Hinter dem gläsernen Gebäude passiert ein Schiff des Unternehmens – mit dunkelblauem Rumpf – die Zentrale. Im Hintergrund sind Berge zu sehen.
Der Havila-Hauptsitz in Fosnavag an Norwegens Westküste. Foto: Havila Voyages

Die norwegische Reederei Havila Kystruten AS – im deutschen Markt besser bekannt als Havila Voyages – hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung zur Refinanzierung ausstehender Schulden in Höhe von 456 Millionen Euro geschlossen. Damit könne man sich nun bestmöglich für die Erneuerung des staatlichen Küstenlinienvertrags positionieren, heißt es in einer Mitteilung.

Die Vereinbarung sieht eine Finanzierung mit einer Laufzeit von 15 Jahren vor, die Planungssicherheit und Handlungsspielraum für den weiteren Betrieb und die Entwicklung der Postschiffroute zwischen Bergen und Kirkenes gewährleiste, so die Reederei.

Die Refinanzierung decke alle Anleiheverbindlichkeiten und Gesellschafterdarlehen des Unternehmens ab, ohne dass neues Eigenkapital ausgegeben werde. Die neue Lösung refinanziere etwa 331 Millionen Euro an besicherten vorrangigen Anleihen und etwa 116 Millionen Euro an unbesicherten Gesellschafterdarlehen. Nach Abzug der Transaktionskosten verschafft die Lösung dem Unternehmen nach eigenen Angaben eine zusätzliche Liquidität von rund vier Millionen Euro.

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Die effektiven Zinskosten würden von hohen zweistelligen Werten auf insgesamt rund zehn Prozent gesenkt, mit der Option, den Vertrag ab dem dritten Jahr ganz oder teilweise zu kündigen.

Havila hat „schwierige Phase“ hinter sich

„Wir haben eine schwierige Phase mit hohen Finanzierungskosten hinter uns. Jetzt erhalten wir eine Struktur, die sowohl nachhaltiger als auch besser an unsere Geschäftstätigkeit angepasst ist. Dies verschafft uns eine größere finanzielle Stabilität“, wird Bent Martini, CEO von Havila Voyages, in der Mitteilung zitiert.

Die Refinanzierung ist als 15-jähriger Finanzierungs-Leasingvertrag strukturiert, der von einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Havila Holding AS, dem Mehrheitseigentümer des Unternehmens, bereitgestellt wird. Der Vertrag ist sowohl auf die Einnahmequellen von Havila Voyages als auch auf den Restwert der Schiffe zugeschnitten.

Die Refinanzierung tilge vollständig die bestehenden Anleiheverbindlichkeiten des Unternehmens, die im Januar 2027 fällig werden, sowie bestehende Gesellschafterdarlehen, die 2027 und 2028 fällig werden, teilt Havila mit. Darüber hinaus stelle sie sicher, dass das Unternehmen für die gesamte Restlaufzeit seines aktuellen Staatsvertrags mit den norwegischen Behörden „vollständig finanziert“ sei.

Küstenlinienvertrag läuft noch bis 2030

„Diese Vereinbarung ermöglicht es uns, nach vorne zu schauen. Wir können uns auf die Optimierung unseres Betriebs konzentrieren, unser umweltfreundliches und energieeffizientes Angebot weiterentwickeln und uns bestmöglich für die Erneuerung des staatlichen Küstenlinienvertrags positionieren“, so Martini. Der aktuelle Vertrag, den Norwegen auch mit Hurtigruten geschlossen hat, läuft 2030 aus und wird erneut für zehn Jahre ausgeschrieben.

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