
Mit einem Provisionssicherungsfonds, wie ihn Reisebüros seit Jahren fordern, will das Nachfolgeunternehmen von Nicko Cruises verspielten Kredit ausgleichen. „Das ist eine Innovation für die Branche“, betont Guido Laukamp, der neu eingesetzte Geschäftsführer der Nicko Cruises Flussreisen GmbH im Gespräch mit touristik aktuell.
„Damit wird der unmögliche Fall abgesichert, dass der neue Investor Mystic Invest insolvent gehen würde.“ Der zahlt eine Million Euro in den Fonds ein. Die treuhänderische Verwaltung übernimmt der Wiesbadener Reiserechtler Ronald Schmid. Auf diese Weise will Nicko den Vertriebspartnern absolute Sicherheit geben. „Wir verstehen, dass die Reisebüros Vorbehalte haben. Schließlich war Capvis ein milliardenschwerer Fond. Trotzdem hat man Nicko Cruises fallen lassen. Das kann jetzt nicht mehr passieren“, versichert Laukamp.
Der Fonds deckt allerdings nicht die Altlasten ab. Offene Provisionsforderungen der Reisebüros werden von dem Nachfolgeunternehmen nicht ausgeglichen. Hier könne man „insolvenzrechtlich überhaupt nicht eingreifen“, so Laukamp.
Damit wollen sich viele Reisebüros dennoch nicht abfinden. Man sei sich der Regelungen des Insolvenzrechts bewusst, sagt etwa AER-Chef Hartmut Höhn: „Man kann im Vertrieb aber auch nicht so tun, als wäre nichts geschehen.“ Wenn schon ein Rechtsnachfolger gefunden sei, könne der sich doch auch der ausstehenden Vergütungen annehmen, so die Meinung aus Reihen der AER-Agenturen. Die Provisionen für Neubuchungen will Nicko künftig bereits vor Abreise überweisen, bei Restzahlung des Reisepreises durch den Kunden. Laukamp, der den Vertrieb zur Chefsache erklärt hat, ist überzeugt, nach dem Startschuss mit Erscheinen des Katalogs am 28. August und Buchungsfreigabe am 1. September schnell Fahrt aufnehmen zu können. Die Flotte wurde verschlankt und ein neues Frühbuchermodell erarbeitet. „Mit Preisschlachten wollen wir nichts mehr zu tun haben“, sagt Laukamp. Mehr zum Tema lesen Sie in der druckfrischen Ausgabe 33-34/2015 von touristik aktuell.


