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DRV: Kritik an Stigmatisierung von Reisen

Während Medienberichten zufolge Bundesinnenminister Horst Seehofer derzeit massive Einschränkungen des Flugverkehrs prüft, um eine Ausbreitung der Coronavirus-Mutationen zu verhindern, regt sich in der Touristikbranche Widerstand. In einem Schreiben fordert der Deutsche Reiseverband (DRV) nun die Regierung auf, Reisen nicht weiter zu stigmatisieren.

Dem DRV zufolge finden derzeit kaum noch Reisen statt. Die Bundesregierung sollte sich deshalb nicht darauf konzentrieren, „unsere
ohnehin stark eingeschränkte Reisefreiheit noch weiter einzuschränken“. Weiter heißt es: „Wir brauchen keine weitere Stigmatisierung des Reisens, sondern eine sachliche Debatte“.

Deutliche Kritik übt der Verband an der Impfstrategie. Es gehe viel zu langsam voran, Risikogruppen werden unzureichend geschützt, hinzu kämen Impfstofflieferengpässe. Auch Gesundheitsämter seien noch immer nicht ausreichend digitalisiert. „Hierauf sollte die Bundesregierung ihre Aufmerksamkeit richten und tatkräftig und rasch diese gravierenden Probleme lösen.“
 
Sicheres Reisen wird laut DRV nach der zweiten Corona-Welle wieder möglich sein. „Den Beweis dafür haben die Reisenden und die Reisewirtschaft im zurückliegenden Sommer mit Hygienekonzepten und zahlreichen Vorsichtsmaßnahmen vielfach erbracht.“

Statt auf weitere Verbote zu setzen, sollte die Regierung „vernünftige Testkonzepte vorlegen und beim Impfen einen Zahn zulegen“. Darüber hinaus mahnt der DRV die Regierung an, sich darauf zu besinnen, „dass Reisefreiheit ein Grundrecht ist – kein politisch zu gewährendes Privileg“.

Laut Medienberichten will Seehofer Maßnahmen wie schärfere Grenzkontrollen sowie eine drastische Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland zur Diskussion stellen.

   
Ute Fiedler