ASR fordert Unterstützung für Azubis

Leere Klassen: Immer weniger Nachwuchskräfte entscheiden sich für die Touristikbranche
Leere Klassen: Immer weniger Nachwuchskräfte entscheiden sich für die Touristikbranche. Foto: asbe/iStockphoto

Wie ein Damoklesschwert hängt das Thema Fachkräftemangel über der Touristikbranche. Die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen (ASR) fordert anlässlich des Unesco International Day of Education einmal mehr, dem Fachkräftemangel der Touristik durch geeignete staatliche Maßnahmen zu begegnen. Nach Eindämmung der Pandemie sei zwar eine wirtschaftliche Erholung der Branche möglich, sagt ASR-Präsident Jochen Szech. Diese werde aber durch den Fachkräftemangel bedroht sein.

Laut ASR ist die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge für Tourismuskaufleute im vergangenen Jahr um rund 60 Prozent gesunken – und das nach bereits rückläufigen Zahlen in den Vorjahren. Darüber hinaus haben viele Azubis ihre Ausbildung Corona bedingt abgebrochen. Oder werden diese nicht zu Ende führen können, befürchtet Dirk Aufermann, Vorsitzender des Bildungsausschusses im ASR. Er fordert eine für alle in der dualen Ausbildung befindlichen Auszubildenden eine Zusage, die Abschlussprüfung absolvieren zu können – auch wenn das ausbildende Unternehmen nicht mehr existiere.

Förderprogramme sollen angepasst werden

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Eine weitere Forderung ist, die Beantragung und Gewährung der Übernahme von Fort- und Weiterbildungskosten zu vereinfachen. Zudem appelliert der ASR an das Bundesarbeitsministerium, das Förderprogramm „Ausbildungsplätze sicher“ an die Realitäten anzupassen: „Die Kosten der dreijährigen Ausbildung liegen für touristische Betriebe bei über 30.000 Euro – da sind 2.000 bis 3.000 Euro Prämie kein ausreichender Anreiz für die Unternehmen“, sagt Szech. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie werden ihm zufolge die touristischen Unternehmen voraussichtlich zwei volle Jahre „massiv“ belasten.

Auch beim Programm-Baustein „Zuschuss für Ausbildungsvergütung“ müsse nachgebessert werden. Die Förderung wurde nur parallel zur Beantragung von Kurzarbeit gewährt. „Angesichts der immensen Herausforderungen durch Umbuchungen, Stornos, schleppende Rückzahlungen und Gutscheindiskussionen waren die Unternehmen zu Beginn der Reisebeschränkungen oft so überlastet, dass es gerade noch für die Beantragung der Corona-Soforthilfe und der Kurzarbeit reichte“, blickt Szech auf die ersten Wochen der Pandemie zurück. Damals sei das Programm bei vielen unter dem Radar gelaufen. Daher müsse das Programm nachträglich beantragt werden können.

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