Facebook-Streit: Amondo zieht Klage zurück

Die Klage gegen eine Reisebüro-Inhaberin bezüglich angeblicher Verleumdungen in einer Facebook-Diskussion ist vom Tisch. Nach einem so genannten Gütetermin hat der Spezialist für mobilen Reisevertrieb Amondo die Klage zurückgezogen. Die Beklagte verpflichtete sich, die aufgestellten Behauptungen nicht mehr zu wiederholen.

Hintergrund waren Vorwürfe, Amondo würde seine Berater bei fehlendem Fachwissen bewusst in Reisebüros schicken, um dort die nötigen Infos einzuholen. „Das ist definitiv nicht der Fall“, betont Geschäftsführer Gerd Hermann.

Vor allem die Aussage, diese Empfehlung werde sogar in Schulungen gegeben, traf Amondo hart. „Das ist absoluter Unsinn“, versichert Hermann. Allerdings gesteht er auch, dass es in Norddeutschland tatsächlich einen Fall gegeben habe, bei dem eine Amondo-Beraterin das Know-how eines Reisebüros für sich nutze, nachdem sie dort ein Praktikum gemacht hatte. „Das bedauern wir sehr“, sagt Hermann.

Dass Amondo die Klage zurückzog, dürfte unterschiedliche Gründe haben. Hermann verweist darauf, dass es Amondo allein darum gegangen sei, dass die Beklagte ihre Behauptungen künftig nicht wiederholt. Diese Zusage gab sie vor Gericht.

Eine wichtige Rolle hat mit Sicherheit aber auch die beispiellose Hilfsaktion für die Beklagte gespielt: Eine Facebook-Initiative, gestartet von der Münchner Kollegin Claudia Mades von Design-Travel und Frank Kaufhold vom Reisebüro Kaufhold aus Algermissen, sorgte innerhalb weniger Tage für ein gewaltiges Echo im Reisevertrieb und für ein Rücklagenguthaben von rund 3.500 Euro. Zudem sagte der Düsseldorfer Anwalt und Reisevertriebsexperte Hans-Josef Vogel seine Unterstützung zu.

„Das war ein großartiges Zeichen der Solidarität, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat“, freut sich Initiatorin Mades, für die das Thema keineswegs nur mit Amondo zu tun hat. Der Rechtsstreit habe klar aufgezeigt, dass jeder Facebook-Nutzer genau aufpassen sollte, „was er schreibt“. Zum Thema Beratungsklau hat sie einen sehr realistischen Blick: „Das betrifft die gesamte Branche und passiert selbst unter Reisebüros.“

Das Geld, das nach Abzug der Gerichtskosten übrig bleibt, soll nun zur finanziellen Basis für ähnliche Fälle werden. Welche Regularien dafür erstellt werden und wer die Rücklage verwalten wird, steht noch nicht fest.

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