Handelsblatt nimmt Strukturvertrieb aufs Korn

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Half dem Handelsblatt bei der Recherche: Marija Linnhoff von der Reisebüro-Initiative
Half dem Handelsblatt bei der Recherche: Marija Linnhoff von der Reisebüro-Initiative „Ja, ich buche im Reisebüro“. Foto: mg

In einem Aufmacher inklusive Ankündigung auf der Titelseite hat sich das Handelsblatt in der heutigen Ausgabe dem Thema Strukturvertrieb in der Touristik angenommen. Dieser sei der Auslöser für die vielfach gewährten Rückvergütungen in der Branche, die für Endverbraucher vor allem eines bedeuten würden: Risiko statt All-inclusive.

Aufgezogen wird der Artikel jedoch nicht am immer wieder kritisierten Strukturanbieter TMG in Wuppertal, sondern am „European Travel Discount Network“ (EDTN), an dessen Spitze ausgerechnet ein Franchise-Nehmer von Thomas Cook steht: das Alpha Reisebüro in Dachau.

Dieses arbeite mit rund 3.000 Vermittlern zusammen, die unter anderem über die eigene Homepage Reisen verkaufen und dafür Miniprovisionen erhielten. Das Reisebüro selbst könne über das „clevere Geschäftsmodell“ die eigene Staffelprovision nach oben treiben.

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Mit den Mehreinnahmen würden nicht nur die Mittler finanziert, die laut EDTN-Werbung „keine reisekaufmännische Ausbildung“ benötigen. Der Gewinn werde auch mit Urlaubskunden geteilt. Sprich: Das Handelsblatt ist überzeugt davon, dem Thema Rückvergütungen auf der Spur zu sein. Und dieses berge für viele Kunden Risiken: Verkauft werde durch Laien statt durch Reiseprofis, das gezahlte Geld könne in falsche Kanäle fließen, der Reiseverkauf erfolge oft anonym, Sicherungsscheine würden nicht korrekt ausgestellt. Als Beispiel dient der Zeitung die Pleite des Portalbetreibers Navelar (Clever-hotels.com).

Angeschmiert, so das Fazit des Handelsblatts, seien die traditionellen Reisebüros, die sich an das Rabattverbot halten würden – „und damit gegenüber Urlaubern in Erklärungsnot geraten“.

Für Marija Linnhoff von der Reisebüro-Initiative „Ja, ich buche im Reisebüro“ ist der Artikel denn auch ein „guter Auftakt dafür, dass Verbraucher für das Thema Rückvergütungen sensibilisiert werden“. Die Kunden sollten künftig genauer hinschauen, „wo sie ihren Urlaub buchen“, hofft sie auf langfristig auf eine Abkehr vom Preis-Dumping im Reisevertrieb.

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