Mein Urlaubsglück: Protest vor Bundestag

Reiseberaterinnen von Mein Urlaubsglück vor dem Deutschen Bundestag
Reiseberaterinnen von Mein Urlaubsglück vor dem Deutschen Bundestag. Foto: Mein Urlaubsglück

Mein Urlaubsglück, die Kooperation für mobilen Reisevertrieb, hat gestern mit einer Aktion vor dem Bundestag in Berlin auf die Notlage der Touristikbranche aufmerksam gemacht. Neben Mein-Urlaubsglück-Berater Kurt Koch waren auch zwölf selbständige Reiseberaterinnen vor Ort. „Die Covid-19-Pandemie muss ohne Frage schnellstmöglich eingedämmt werden. Der von der Politik ausgerufene Widerspruch zwischen Infektionsbekämpfung und Reisefreiheit existiert allerdings nicht“, sagte Koch.

Eine Kombination aus Impf- und Teststrategie

Es sei möglich, zu verreisen, ohne die Inzidenzen in die Höhe zu treiben. Eine Kombination aus Impf- und Teststrategie, Hygiene- und Abstandsregeln mache dies möglich. „Und das ist auch dringend notwendig: Denn so teuer das Impfen und Testen auch ist, der Zusammenbruch der Reisebranche brächte ein Zehntel der Weltwirtschaft ins Wanken. Das wäre noch viel teurer und würde uns alle bedrohen“, so Koch weiter.


Das Team von Mein Urlaubsglück reiste mit drei Kernaussagen nach Berlin. Die erste: „Ohne Reisefreiheit sind wir alle und die ganze Welt in Gefahr“. Nach Zahlen des internationalen Branchenverbands World Travel & Tourism Council (WTTC) trugen Reisen und Tourismus 2019 direkt, indirekt und sekundär indiziert 8,9 Billionen US-Dollar zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt bei. Das entsprach einem Anteil von 10,3 Prozent. Rund ein Zehntel der weltweiten Arbeitsplätze, nämlich 330 Millionen, seien mit Reisen und Tourismus verbunden. „Wenn Reise und Tourismus dauerhaft Schaden nehmen, ist ein Zehntel der Weltwirtschaft betroffen“, fasst Koch zusammen.

Die zweite Aussage ist in der Branche bekannt, wird aber von der Politik weitestgehend ignoriert: „Urlaubsreisen sind keine Pandemietreiber“. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat im Februar in einer „Betrachtung der reiseassoziierten Covid-19-Fälle im Sommer 2020“ festgestellt, dass „importierte“ Covid-19-Infektionen weniger aus Urlaubsländern stammen als vielmehr vor allem aus den Heimatländern von Reisenden aus Deutschland, die familiäre Wurzeln im Ausland haben. „Es spricht nichts dagegen, Reisen unter Beachtung der klassischen Hygieneregeln zu ermöglichen – wenn geimpft und getestet wird“, schlussfolgert Kurt Koch.


„Wir alle brauchen Urlaub“

Die letzte Kernaussage lautet: „Reisefreiheit mit Impfen und Testen“. Laut Mein Urlaubsglück sind eine umfassende, dicht geknüpfte Teststrategie für Reisende sowie die weltweite Einführung fälschungssicherer Impfnachweise die Bausteine für Reisefreiheit. Koch meint: „Wir alle brauchen Urlaub, Unternehmen brauchen Geschäftsreisen und die Weltwirtschaft braucht das Reisegeschäft.“ Deshalb sollten Reisen ohne grundlegende Einschränkungen möglich sein, die pauschalen Warnungen vor dem Reisen aufhören und alle Nicht-Geimpften konsequent getestet werden. „Dann nämlich müssen nur die, die ohne Mund-Nasen-Schutz eng beieinander zum Beispiel am Strand feiern und sich dabei infizieren, tatsächlich in Quarantäne. Alle verantwortungsbewusst Reisenden können ihren Urlaub genießen oder unbeschwert ihren Geschäften nachgehen. Und damit ein Zehntel der weltweiten Arbeitsplätze sichern“, so Koch.

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