
Der Backoffice-Anbieter Etacs liegt im Rechtsstreit mit gleich zwei Konkurrenten: der Reisebüro-Kooperation Schmetterling, die das System Argus anbietet, und dem neuen Unternehmen Lewilew. Beiden spricht Etacs die Berechtigung ab, ihre Systeme zu vertreiben, weil sie auf dem Quellcode des eigenen Programms beruhten.
Gegen Lewilew wurde nun eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die den Vertrieb untersagt. Mit Schmetterling werde noch „gerichtlich gestritten“, heißt es bei Etacs. Die beschuldigten Anbieter bestreiten die Vorwürfe vehement. „Argus wurde von den Schmetterling-Entwicklern programmiert“, betont man in Geschwand. Die Nutzer seien von den Auseinandersetzungen in keiner Weise betroffen.
Ernst Grafinger, bis vor fünf Jahren Geschäftsführer bei Etacs, erklärt allerdings, dass er die Nutzungsrechte an der Software Aurora damals an Schmetterling verkauft habe. Seither sei diese dort aber grundlegend überarbeitet worden. Grafinger, der im Streit bei Etacs ausschied, ist nun Chef der Firma Lewilew. Deren System sei eine komplette Neuentwicklung und noch gar nicht auf dem Markt – frühestens im Herbst werde es vorgestellt, so Grafinger. Die angebliche Übereinstimmung mit dem Etacs-System könne also noch gar nicht festgestellt werden.
Der Lewilew-Chef vermutet hinter den Angriffen ein Ablenkungsmanöver: Er selbst habe Etacs auf Schadenersatz wegen seiner früheren Geschäftsanteile verklagt. Und auch Schmetterling verlangt in anderer Sache Schadenersatz von dem Technikdienstleister Ypsilon.net, zu dem Etacs gehört.


