Marvin Weiß verbindet Studium und Reisebüro-Praxis und sammelt dabei ungewöhnliche Erfahrungen. Der 22-Jährige erzählt von tropischem Regen auf Jamaika, einer Ultra-Last-Minute-Buchung und seinem Lieblingsort in Rom – einer Bar direkt neben dem Kolosseum.
Marvin Weiß ist 22 Jahre alt und dualer Tourismus-Student. Seinen praktischen Teil absolviert er im L‘Tur Reisebüro in Pforzheim. Und dort macht er ganz besondere Erfahrungen…
Geld spielt keine Rolle: Wohin würden Sie reisen?
Das ist für mich eine philosophische Frage, weil ich mich persönlich gar nicht so über Geld definiere. Zudem: Ein schöner Urlaub oder allgemein das Reisen muss nicht immer viel Geld kosten. Und Luxus ist ja auch eine sehr persönliche Definition. Für mich ist es Luxus, wenn ich in kurzer Zeit sehr viel erleben kann.
Was war Ihre schönste Inforeise?
Jamaika im vergangenen Oktober. Das war zwar keine typische Reisezeit für diese Insel, aber wir waren eine super Truppe und haben tropischen Regen erlebt, der einfach unglaublich war. Davon abgesehen ist Jamaika einfach toll. Die Menschen, der Reggae, die Landschaft – das war eine Erfahrung fürs Leben. Für mich war das die erste Karibik-Reise. Die zweite habe ich gleich kurz darauf gemacht, weil ich die Karibik so spannend fand.
Was war Ihr ungewöhnlichstes Essen auf Reisen?
Im Zuge einer Inforeise nach La Palma war ich einmal auf der Hacienda de Abajo. Ein sehr cooles Hotel, in dem wir im Rittersaal ein Vier-Gänge-Menü serviert bekamen. Das war der absolute Hammer – inklusive Oktopus-Carpaccio, Kirschtomaten mit Brunnenkresse und Oliven, Schweinebacken mit roter Mojo-Soße und zum Abschluss ein Feigen-Mandelmus. Eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung.
Welches Ziel haben nur wenige auf dem Schirm?
Da muss ich auf meine Verwandtschaft in Spanien verweisen. Sie leben in Denia zwischen Alicante und Valencia. Eine großartige Region abseits des Tourismus – mit einer perfekten Mischung aus Bergen, Meer und Stränden, toller Kultur und einer wahn-sinnig spannenden und historischen Stadt. Von Denia aus fahren übrigens auch Fähren nach Mallorca und Ibiza.

Was darf in Ihrem Reisekoffer nicht fehlen?
Ich habe gar nicht immer einen Koffer dabei. Aber was ich auf jeden Fall brauche, sind Kopfhörer für Musik und Podcasts sowie mein kleines rotes Notizbuch. Da bin ich noch ganz altmodisch und ein Fan des Analogen. Die Notizen sind für mich persönlich, aber auch für künftige Beratungsgespräche oder direkte Kontakte zu den Hotels.
Was war Ihre ungewöhnlichste Buchung?
Schwer zu sagen, zumal ich mir die Frage stelle, ab wann eine Buchung als ungewöhnlich gilt? In der Regel haben wir eher ungewöhnliche Kunden, aber das sage ich eher mit einem Augenzwinkern. Als L‘tur-Shop verkaufen wir sehr kurzfristig. Dass aber ein Kunde mit einem Koffer in der Hand ins Reisebüro kommt, war dann allerdings auch für mich ungewöhnlich. Er sagte nur, dass er weg müsse – und ist abends noch geflogen. Ich finde es immer wieder cool, wenn man Kunden Ultra-Last-Minute wegschicken kann und alles funktioniert und klappt.
Welche Bar ist die weltweit coolste?
Die Coming-Out-Bar in Rom. Zum einen, weil sie von der Lage wirklich perfekt ist, direkt neben dem Kolosseum. Und zum anderen, weil sie wahnsinnig cool ist – mit außer- gewöhnlichen Cocktails und einer super Atmosphäre. Mitunter gibt es auch Livemusik, Dragshows oder Quizabende. Wenn man mal in Rom ist, sollte man auf jeden Fall in diese Bar gehen. An vielen Abenden ist da ein super Programm.
Mein Job & Ich erscheint alle zwei Wochen in touristik aktuell und danach hier online. Diese Folge finden Sie in ta 08/2025 vom 28. April 2025.
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