Tarifpartner uneinig bei Reisebüro-Gehältern

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Kein Schritt nach vorn: Vor allem bei den Gehältern für den Vertrieb sind Verdi und Arbeitgeber uneinig
Kein Schritt nach vorn: Vor allem bei den Gehältern für den Vertrieb sind Verdi und Arbeitgeber uneinig. Foto: Bilderbox

Ein neuer Branchentarifvertrag in der Touristik ist nach wie vor nicht in Sicht. Nach einer Sondierung zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern im Januar dieses Jahres erbrachte die nun erfolgte Verhandlung kein Ergebnis. Dies geht aus einer Mitteilung der DRV-Tarifgemeinschaft hervor.

Demnach sei die Arbeitgeberseite auf Verdi zugegangen, um am Verhandlungstisch einen neuen Anlauf zu einer Verständigung über den seit Jahren schwelenden Tarifkonflikt zu machen. Dabei sei erkennbar geworden, dass auch auf Seiten der Gewerkschaft Bereitschaft zu einer Bewegung in der Frage eines variablen Vergütungsteils bestehe.

Das war es dann allerdings auch schon: Vor allem die letzten Entwicklungen im Vertrieb sorgten dafür, dass eine schnelle Einigung zwischen Verdi und Arbeitgebern nicht absehbar ist. Lediglich bei der Vergütung im Veranstalterbereich sowie bei der Ausbildungsvergütung hätten sich beide Seiten einigen können, heißt es. Azubis würden demnach von einem Tarifabschluss „deutlich“ profitieren.

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Doch dazu kommt es vorerst nicht: Es bleibe nun abzuwarten, „ob und wann eine neue Initiative zu einer Tarifeinigung“ unternommen wird, heißt es beim DRV. Eine Bereitschaft zum Abschluss von Haustarifverträgen bestehe „nach wie vor nicht“.

Das sehen einige Mitgliedsunternehmen der DRV-Tarifgemeinschaft offensichtlich anders. So haben sich im Mai vergangenen Jahres TUI Deutschland und Verdi nach vergleichsweise kurzen Verhandlungen auf einen Haustarifvertrag geeinigt. Dieser gilt seit Juni 2014 für insgesamt 4.700 Mitarbeiter des Veranstalters TUI Deutschland sowie der Vertriebseinheiten TUI Leisure Travel und E-Commerce. Die drei Unternehmen sind seit Mai vergangenen Jahres in einer gemeinsamen Gesellschaft vereint, die als TUI Deutschland firmiert.

Nach fast vier Jahren ohne Branchentarifvertrag hatte TUI damit als erster Veranstalter einen Haustarifvertrag geschlossen, zu dessen wesentlichen Punkten eine Gehaltserhöhung gehört. Die Mitarbeiter des Veranstalters erhalten seit Juni 2014 drei Prozent mehr Bezüge, zudem wurden die freiwilligen Erhöhungen der vergangenen Jahre tariflich fixiert. Mitarbeiter im Vertrieb bekommen ebenfalls drei Prozent mehr und zusätzlich 70 Euro brutto im Monat. Die Azubi-Gehälter wurden um 75 Euro im Monat erhöht.

Der Abschluss gilt allerdings zunächst nur für ein Jahr. Somit muss in diesem Frühjahr neu verhandelt werden.

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