Traveltech im Reisebüro: Helfer oder Zeiträuber?

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Eine Übersicht der Marken der Inclusive Collection vor dunkelblauem Hintergrund mit den Logos von Impression, Zoëtry, Hyatt Zilara, Hyatt Ziva und weiteren.

Ob Buchungs- und Beratungssysteme, Mid- und Backoffice-Programme oder Flugticket-Plattformen – ohne den starken Einsatz von Technologie wäre heutzutage das alltägliche Geschäft im Reisebüro unmöglich. Das ist herausfordernd und gerade in Zeiten von Social Media und KI scheint alles noch komplexer zu werden. touristik aktuell hat Counter-Profis gefragt, wo sie in Sachen Traveltech Verbesserungsbedarf sehen – oder auch, was gut läuft.

Frank Brakebusch
, Cockpit Flug & Touristik Service
, Bremen

Ein lächelnder Mann mittleren Alters mit Glatze und einer Brille mit Schildpattmuster trägt ein dunkelblaues Poloshirt vor einem unscharfen Hintergrund.

„Natürlich sind die CRS sowie Front-, Mid- und Backoffice-Systeme für die Arbeit der Reisebüros immens wichtig, was wären wir ohne sie? Sie sollen unsere Arbeit erleichtern und vor allem Zeit sparen. Die Realität sieht aber leider häufig anders aus: Kaum hat man sich an neue Funktionen und Abläufe gewöhnt, kommt das nächste Update – und häufig läuft erst einmal nichts mehr so wie vorher. Und technische Probleme und Fehler bremsen zusätzlich unseren Arbeitsfluss. Auch das System Myjack, mit dem wir arbeiten, stößt trotz vieler hilfreicher Features manchmal an seine Grenzen.

Natürlich sind Neuerungen wichtig und können Arbeitsabläufe verbessern. Aber zwischen Kundenberatung, Telefon und Mails fehlt schlicht die Zeit, sich ständig neu einzuarbeiten. Da stellt sich die Frage: Wäre weniger nicht manchmal mehr?“




Tamara Gabriel
, Krifteler Reisebüro
, Kriftel

Eine blonde Frau mit blauem Blick lächelt leicht in die Kamera. Sie trägt ein schwarzes Oberteil, eine Halskette und ein Namensschild mit Tamara Gabriel.

„Bei den Buchungs- und Beratungssystemen gibt es Licht und Schatten. Mit Myjack von Bewotec arbeiten wir seit einigen Jahren und sind sehr zufrieden. Sollte ein Fehler auftreten oder wir haben Verbesserungsvorschläge, ist jederzeit jemand erreichbar – freundlich, hilfsbereit und lösungsorientiert.

Anders mein Urteil zu Bistro: Ich empfinde das System als sehr veraltet und an vielen Stellen ausbaufähig. Hotelinformationen werden teilweise nicht vollständig angezeigt, Vakanzen müssen zusätzlich manuell angestoßen und 
geprüft werden. Hier ist mir der Aufwand schlicht zu hoch – gerade im Verhältnis zu den hohen Kosten. Deutlich besser finde ich dagegen Cruise ­Compass. Daneben arbeiten wir unter anderem mit Iris plus und Paxlounge. Das bedeutet aber auch: Viele zusätzliche Systeme verursachen Kosten, die notwendig sind, um Kunden professionell beraten zu können.“




Marcus Dickmann
, First Reisebüros
, Mönchengladbach

Ein Mann mit Brille und dunklem Hemd trägt ein Schlüsselband mit der Aufschrift FIRST REISEBÜRO vor einem weitläufigen, asphaltierten Flugfeld bei Tageslicht.

„Als TUI-Franchise-Büro 
haben festgestellt, dass der Content insbesondere bei TUI- und DER-Produkten in Bistro Portal teilweise sehr lückenhaft ist und wir gezwungen sind, relevante Inhalte in Iris plus oder im Travel Compass nachzuschauen um eine vollständige Vakanz inklusive Leistungen zu erhalten.

Außerdem gibt es massive Qualitätsunterschiede bei Buchungen auf Basis des Datenstandards NDC. Während sich NDC-Buchungen der Lufthansa-Gruppe – obwohl noch immer weit weg vom Optimum – stets weiterentwickeln, gibt es große Probleme zum Beispiel bei Iberia oder Qatar Airways. Insbesondere bei Umbuchungen oder Special-Service-Anfragen werden die bestehenden Buchungen nicht upgedatet beziehungsweise Leistungen nicht sichtbar bestätigt. Hier besteht massiver Nachholbedarf bei der Anwenderfreundlichkeit.“



Weitere Beiträge zum Thema Traveltech lesen Sie im Themenschwerpunkt Technologie in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 20/2026), die auch als E-Paper erhältlich ist.

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