
Es ist gut zwei Jahre her, dass die Schlichtungsverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den großen Veranstaltern gescheitert sind. Seitdem steht die Branche ohne Tarifvertrag da. Und ernsthafte Gespräche zwischen der DRV-Tarifgemeinschaft und Verdi stehen derzeit auch nicht an.
In dieser Situation denkt man bei TUI nun über eine eigene Lösung nach. Im Rahmen der geplanten Verschmelzung von TUI Deutschland, der Vertriebseinheiten TUI Leisure Travel und E-Commerce sowie weiterer Firmen zu nur noch zwei Gesellschaften wolle man für diese einen eigenen Haustarifvertrag schaffen, heißt es in Hannover. Dies betreffe insgesamt etwa 4.000 Mitarbeiter. Dies wird von Gewerkschaftsseite bestätigt: „Die ersten Verhandlungen haben bereits begonnen“, sagt Verdi-Verhandlungsführerin Ute Kittel auf Anfrage von touristik aktuell.
Bei der DRV-Tarifgemeinschaft, in der neben TUI unter anderem auch Thomas Cook, DER Touristik, HRG und American Express vertreten sind, will man dies nicht überbewerten. Deren Vertreter Helmut Rau ist nach wie vor überzeugt davon, dass die Arbeitgeber in der solidarischen Tarifgemeinschaft besser aufgehoben sind. Allerdings sieht auch er derzeit kaum Aussichten auf eine Einigung mit Verdi. Streitpunkt bleibt die von den Arbeitgebern geforderte stärkere Erfolgsorientierung der Gehälter im Vertrieb.
Unter Druck stehen sicherlich beide Seiten. Denn ohne TUI würde die Bedeutung der Solidargemeinschaft deutlich schrumpfen. Einen eigenen Haustarif hat vor Kurzem übrigens bereits ein anderer großer Arbeitgeber verhandelt: der Geschäftsreise-Dienstleister BCD Travel.



