Es darf auch mehr sein

Nur die Mahuts genannten Betreuer dürfen auf die Elefanten.
Das Füttern macht Elefanten satt – und Touristen glücklich. Fotos: mg

Wir sind zu Gast im Elefant Hills Camp, einem von zahlreichen Elefanten Resorts in oder am Rande von Thailands Nationalparks. Hunderte von Elefanten haben hier eine neue Heimat gefunden, während die Zahl ihrer wild lebenden Kollegen immer kleiner wird. Die Ironie des Schicksals ist es, dass es ausgerechnet Elefanten waren, die ihren Lebensraum zerstörten: Über Jahrzehnte hinweg wurden die Tiere für das Roden der einstmals riesigen Wälder Thailands genutzt.

Heute sind nur noch rund zehn Prozent der Landesfläche bewaldet – inklusive der Monokulturen durch Ölpalmen und Kautschukplantagen. „Trotz der 200 Nationalparks und Schutzgebiete in Thailand werden die Rückzugsgebiete für wilde Elefanten immer kleiner“, sagt Sriwilai Noontip, Tourguide im Elefant Hills Camp 120 Kilometer nördlich von Khao Lak im Süden Thailands.

Die 13 hier lebenden Elefanten sind Luxustiere. Gepflegt, gehütet und trainiert werden sie von Männern aus dem Volk der Karen, das in Nordthailand zu Hause ist und seit Jahrzehnten mit Elefanten arbeitet. Die harte Schufterei von früher ist dem Genussleben gewichen: Hier, am Rande des Khao Sok Nationalparks, werden die Tiere von Touristen mit Leckereien gefüttert, dürfen Show-Baden und werden anschließend sogar noch geschrubbt. „Das passt nicht zu Elefanten“, sagen die Kritiker. „Die Tiere lieben es“, sagt Elefantenexpertin Noontip.

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Im Gegensatz zu anderen Camps dürfen Touristen hier nicht auf den Tieren reiten. „Wir wollen, dass Menschen in Kontakt zu Elefanten kommen, mit ihnen kommunizieren und dadurch vielleicht ein Verantwortungsgefühl entwickeln“, beschreibt Noontip das Konzept. Wandern sollten Touristen auf eigenen Füßen.

Entsprechende Touren bietet das Elefant-Hills-Team an, auch Mangroven-Touren sowie Kajakausflüge und Übernachtungen auf dem Chiew-Lan-Stausee sind als Package buchbar. Geschlafen wird grundsätzlich in Luxuszelten – mit „echten“ Betten und fließend kaltem und warmem Wasser. Als Kulisse dient eine tropische Regenwaldlandschaft, unterbrochen von Kalksteinbergen, die mit dem James-Bond-Felsen in der nahe gelegenen Phang-Nga-Bucht ihr Aushängeschild haben.

Den Stars im Elefant Hills Camp ist diese traumhafte Szenerie egal. Sie konzentrieren sich aufs Futter und wedeln kräftig mit den Ohren, als ihnen eine Gruppe Touristen am Ende der Mittagsmahlzeit Tamarindenmasse mit Reis in den Rüssel schiebt. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Aber wir werten das Wedeln als Dankeschön. Schließlich haben wir uns mächtig ins Zeug gelegt.

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