Indien: Durch die Hauptstadt der Mogule

Verkehrsgetümmel vor der Freitagsmoschee
Verkehrsgetümmel vor der Freitagsmoschee. Foto: cb

Eine Rikschafahrt durch Alt-Delhi ist ein Erlebnis für alle Sinne

Alt-Delhi per Fahrrad-Rikscha zu erkunden, ist ein Abenteuer. Unser Reiseführer Ajay Massey empfiehlt das Fortbewegungsmittel, das sich im Meer körperkontaktfreudiger Inder rasch bewährt. Ausgangspunkt ist die Freitagsmoschee Jama Masjid. Eine Rikschastunde kostet 150 Rupien, etwa 2,25 Euro.

Alt-Delhi geht auf den Mogul-Kaiser Schah Jahan zurück, den Bauherren des Tadsch Mahal, der im 17. Jahrhundert die Hauptstadt von Agra nach Delhi verlegte. Er ließ 1639 das Rote Fort errichten, zehn Jahre später östlich davon das Fort Jama Masjid mit der 1656 vollendeten Moschee, die noch heute Indiens größte ist. Nur überragt von den 40 Meter hohen Minaretten, krönen drei Zwiebelkuppeln aus weißem Marmor mit schwarzen Streifen den roten Bau, dessen Innenhof 20.000 Gläubige fasst. Unter den nackten Füßen scheint er zu glühen. Also ab in die Rikscha und los!

Wir fahren durch eine enge Straße mit jahrhundertealten Havelis, traditionellen Wohnhäusern. Neben glühenden Zigaretten wird Feuerwerk zu Großhandelspreisen offeriert – dennoch soll es hier noch nie gebrannt haben. In einer Gasse mit Hochzeitszubehör bestaunen wir das bunte Angebot an Girlanden, Bordüren und Turbanen für Bräutigame. Köstlich riecht es in der „Bäckergasse“ Paranthe Wali Gali. Der Teig wird kunstvoll mit hölzernen Stäben ausgerollt, mit Zutaten wie Rettich, Blumenkohl mit Minze oder Cashewnüssen belegt und in der Pfanne ausgebacken.

Die Rikscha hält vor einem Tor: Naugharana heißt dieses Gässchen, in dem neun traditionelle Häuser mit geschmückten Eingängen und hölzernen Balkonen in einer Reihe stehen. Am Ende der Gasse liegt der Jain-Tempel aus der Mogul-Zeit, innen voller bunter Wandmalerei.

Weiter geht es zum Gewürzmarkt. Dort werden auch Datteln, Feigen und Nüsse angeboten. Ein Kilo Cashewnüsse kostet umgerechnet fünf Euro, für weniger als die Hälfte sind 100 Gramm Mandelöl zu haben. Müssen Passanten plötzlich husten, hat das Aroma scharfer Chilischoten gewirkt.

Von der Würze zum Mittagessen bei Karim’s (www.karimhoteldelhi.com): Schon von Weitem duftet es nach Gegrilltem und warmem Naan-Brot. Das Restaurant wurde 1913 von Haji Karimuddin gegründet, dessen Vorfahren Hofköche der Mogul-Kaiser waren. „Ich möchte Ruhm und Geld damit verdienen, königliches Essen dem gemeinen Volk zu servieren“, war Karimuddins heute noch erfolgreiches Motto. Neben Schisch-Kebab und Tandoori-Gerichten steht etwa Badshani Badram Pasanda auf der Karte, zartes Ziegenfleisch in gewürztem Mandeljoghurt.

Vorbei an Opferlämmern, die mit Mandeln gefüttert werden, und Geschäften für Autoersatzteile geht es zurück zur Freitagsmoschee, wo wir satt und zufrieden aussteigen.

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