Salalah: Einsame Strände

Wie in der Karabik: der Strand in Salalah
Pool im Anantara Al Baleed. Fotos: jm

Tief im Süden Omans, in der Dhofar-Region, wo die Luft schwül und feucht ist, wo es 1.023 Kilometer bis zur Hauptstadt Muscat sind, dort wächst der knorrige Weihrauchbaum, weicht die Wüste Bananenstauden und Kokoshainen. In den Köpfen ist bis heute die Weihrauchstraße präsent. Mit dem aromatisch duftenden Harz dieses unscheinbaren Baumes, den man sich schon zeigen lassen muss, um ihn zu erkennen.
Dort unten liegt Salalah. Es war Dietmar Gunz von FTI, der diese Region vor einigen Jahren für den deutschen Markt entdeckt hatte: angenehme Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Im Meer ist’s etwas kühler. Eine Strandgegend, die so richtig klasse und von Oktober bis Mai eine Alternative für diejenigen ist, denen so mancher karibische Strand zu überlaufen oder so mancher asiatische Strand bereits zu sehr in chinesischer Hand ist. 

Europäer unter sich

In Salalah sind die Europäer unter sich, sonnen an schier endlos langen und vergleichsweise vereinsamten Stränden, in manchmal doch sehr knapp bemessenen Bikinis und trinken ihre Cocktails. Arabien findet sich auf dem ersten Blick nur in der Architektur und auf der Speisekarte wieder: Meze, lecker, man könnte die verführerischen Häppchen jeden Tag verspeisen. 
Und auch das Personal ist arabisch. Aber Poolboy Abbas scheinen weder die Bikinis noch die Mojitos zu stören. Männer mit Krummdolch, schwarz verschleierte Frauen, Kamele, die ganz selbstverständlich und in stoischer Ruhe die Straße überqueren. Ja, das gibt es alles in Oman, aber draußen im Alltag, nicht am Strand und schon gar nicht in den Resorts. 
Überhaupt stellt sich für viele die Frage: Kann, soll, will ich dieser Tage in die arabische Welt reisen? Das muss natürlich jeder mit sich selbst ausmachen, aber ja, wenn es nach Oman geht, kann man reisen. Das Land ist sicher, sauber, es gibt tolle Hotels wie Anantara, Rotana, Juweira, Crowne Plaza oder Millennium. Man kann Jeep-Safaris, Tauchgänge und Delfin-Touren machen. Die weißsandigen Strände sind zum Verlieben, und das eine oder andere Kulturgut gibt es auch in Salalah: etwa in Sumharam. 

Kulturgut Sumharam

Die Hafenstadt gehört zum Weltkulturerbe und wurde im vierten Jahrhundert vor Christus gegründet. Von dort wurde der komplette Weihrauchhandel kontrolliert. Doch der Führer erklärt nicht nur die imposante Stätte penibel. Er erklärt auch, warum Oman so anders ist: „Wir sind Ibaditen, die mit dem ganzen Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten nichts zu tun haben.“ Oman ist in der sich zusehends polarisierenden Welt der regionalen Großmächte Saudi-Arabien (Sunniten) und Iran (Schiiten) also so etwas wie die Schweiz Arabiens. Deshalb sind knappe Bikinis und Cocktails auch kein Problem.

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