Das Schiff war die Rettung

Der Blick von den Landungsbrücken ist wie Kino: Barkassen, Segelboote und Motorschiffe legen an und ab.
Der Blick von den Landungsbrücken ist wie Kino: Barkassen, Segelboote und Motorschiffe legen an und ab.

Hamburg: Mit Kindern durch die Hansestadt

Für die Kleinsten auch bei Regenwetter ein Vergnügen: spielen am Elbstrand.
Für die Kleinsten auch bei Regenwetter ein Vergnügen: spielen am Elbstrand.

Ein Albtraum. Dabei hatte der Tag so gut angefangen: Der Bummel über die Mönckebergstraße, Segelschiffe auf der Alster gucken, das historische Rathaus und die Kunsthalle. Danach sollten das Kontorhausviertel, die Hafencity und – für den weiblichen Teil der Familie besonders wichtig – ein Shopping-Trip durch die Einkaufspassagen folgen. Die Hamburger „Must-Have-Seens“ abhaken. Doch der dauerbrüllende Tom durchkreuzt den Plan.

„Wir machen eine Bootsfahrt“, schlägt Michael vor und das Genörgel der Kinder verstummt. Die Auswahl ist groß: Elbe, Alster oder Fleete? Tretboot, Kanu, Barkasse oder Fähre? Weil Tom noch nicht schwimmen kann, entscheidet sich die Familie für die Hafenfähre.

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Mit einem Rums stoppt die gelbe Altenwerder an den Landungsbrücken. Wasser klatscht gegen den Schiffsrumpf und eine Gangway poltert auf festen Boden. Passagiere steigen aus und Familie Markert geht an Bord. Schnittig sehen die Dampfer mit dem spitzen Bug, dem halbrunden Heck und der eckigen Brücke nicht aus: „Bügeleisen“ heißen sie im Volksmund.

Den Passagieren ist’s egal, für sie zählt nur die Aussicht und die ist atemberaubend: Elbphilharmonie, Fischmarkt, Michel, die weißen Villen an der Elbchaussee und natürlich die dicken Pötte. Endstation ist Finkenwerder auf der anderen Elbseite, dann geht es wieder zurück. Die Mini-Kreuzfahrt dauert ohne Aussteigen etwa eine Stunde. Gegen den aufkommenden Elbluft-Hunger helfen Würstchen und Eis vom Schiffskiosk.

Hinter dem Museumshafen Övelgönne planschen Kinder in der Elbe. Tom und Theresa wollen auch baden. Ihre Eltern sind einverstanden, aber in Blankenese, denn sie wollen noch einen anderen Teil der Stadt sehen.

Ein kleiner Bus, die „Bergziege“, fährt dort durch die abschüssigen Straßen Richtung Strand. Eine abenteuerliche Passage, die Gassen sind streckenweise so schmal, dass man Blumen von den Balkonen pflücken könnte. Unten an der Elbe sieht es aus wie in den Ferien: Feiner Sandstrand, kleine Cafés und der gewaltige Strom, auf dem Schiffe aus aller Welt in die Ferne fahren. Vom Strandweg aus führen verwinkelte Wege und Treppen den Elbhang hinauf. Rund 5.400 Stufen verbinden die einstigen Fischer- und Kapitänshäuser im Treppenviertel.

„Wir wollen zur Burg“, betteln die Kinder. Trotz Fahnen, Zinnen und Türmen ist der mächtige Bau auf der Spitze des Süllbergs keine Festung, sondern ein Hotel mit Sterne-Restaurant und Biergarten. Familie Markert macht sich auf zur Eroberung.

„Rutsch“ heißt die steile Stiege, die in zahlreichen Kehren nach oben führt, vorbei an kleinen Häuschen mit üppig blühenden Gärten. Grund genug, stehen zu bleiben und Luft zu schnappen. Irgendwann sind sie oben und der fantastische Blick vom Süllberg über die Elbe hinüber ins Alte Land macht alle Mühen wett, Familie Markert ist sich sicher: „Hamburg, wir kommen wieder!“

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