ta-Reiseberichte: Einmal rund um die Welt

Die Autoren von touristik aktuell haben fast die ganze Welt bereist. Was sie dabei erlebt haben, haben sie in mehr als 1.000 Reiseberichten beschrieben. Mal geht es um Robinson-Erlebnisse auf Mauritius, um Familienurlaub im kanadischen Quebec, um eine Auszeit auf Tioman vor der malaysischen Ostküste, um tierisch aufregende Erlebnisse in Alaska und vieles mehr. In diesem Bericht geht es um die Küste der türkischen Nordägäis, die auf harmonische Art und Weise Natur, Geschichte und ursprüngliches Leben miteinander verbindet – und dabei immer noch ein Geheimtipp ist.

Die archäologische Ausgrabungsstätte von Troja mit ihren antiken Steinmauern, terrassierten Ebenen und vereinzelten Bäumen unter einem hellen Tageshimmel.
Troja ist eine der bedeutendsten Ausgrabungs­stätten der Welt. Foto: Ozbalci / iStock

Der Duft von Pinien liegt in der Luft, während sich die Straße in sanften Kurven durch das Ida-Gebirge schlängelt. Aus kleinen Dörfern weht der Geruch von türkischem Kaffee herüber und je höher man fährt, desto deutlicher öffnet sich der Blick auf das tiefblaue Meer der Ägäis. Kaum eine Region der Türkei verbindet Natur, Geschichte und ursprüngliches Leben so harmonisch wie die Nordägäis – und kaum eine lässt sich besser bei einem Roadtrip entdecken.

Zwischen den Provinzen Balikesir und Canakkale wechseln sich Küstenstraßen, Berglandschaften und historische Stätten auf kurzen Distanzen ab. Dort gibt es nur wenige große Hotelanlagen, Fischerorte, Olivenhaine und kleine Familienbetriebe prägen das Bild. Wer mit dem Auto unterwegs ist, erlebt die Region in seinem eigenen Tempo – mit spontanen Stopps an Aussichtspunkten für einen Kaffee oder Tee.

Ein guter Ausgangspunkt ist das Ida-Gebirge, in der Türkei als Kazdagi („Gänseberg“) bekannt. Bereits in der Antike galt das bewaldete Mittelgebirge als sagenumwobener Ort und wird oft als Schauplatz des berühmten „Urteils des Paris“ genannt. Dort sollte der trojanische Prinz der Sage nach entscheiden, welche der drei Göttinnen – Athena, Hera oder Aphrodite – die Schönste ist. Heute locken dichte Pinienwälder, Wasserfälle und schmale Schotterpisten Naturliebhaber an.

Bei einer Jeep-Tour geht es abseits der asphaltierten Straßen durch die Berglandschaft, von den Aussichtspunkten reicht der Blick bis zur Ägäis und bei klarer Sicht hinüber zur griechischen Insel Lesbos. Ein Highlight ist sicher die Glas-Aussichtsplattform im Kazdagi-Nationalpark, von der aus man den Blick über das Gebirge schweifen lassen kann. Von dort aus gibt es auch zahlreiche Wander-Möglichkeiten, für alle, die die Gegend lieber ohne Auto erkunden wollen. All jene, die noch mehr über die Geschichte des Gebirges erfahren wollen, sollten einen Abstecher in das Kazdagi-Museum in Gure machen.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Ayvalik und die Insel Cunda

Weiter südlich wartet Ayvalik mit seinem mediterranen Flair. Die schmalen Kopfsteinpflastergassen laden zum Flanieren ein, die Cafés zum Verweilen. Dabei darf ein Becher Mastix-Pudding nicht fehlen, der als Spezialität der Stadt gilt. Das Armoma des cremigen Milchpudding erinnert an Tannen, Eukalyptus und Kräuter und ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich. Der Hafen bildet das Herz der Stadt. Fischerboote schaukeln im Wasser, während in den Restaurants frischer Fisch und Meze serviert werden. Wer will, kann von dort aus ein Boot auf die Insel Cunda besteigen, wo das Leben etwas ruhiger verläuft.

Ein weißes Motorboot liegt an einem Kai in einem Hafen vor einer Küstenstadt mit Gebäuden, Restaurants, geparkten Motorrollern und klarem blauem Himmel.
Auf der Insel Cunda verläuft das Leben etwas ruhiger. Foto: msb

Zwischen alten Steinhäusern laden kleine Kunsthandwerksläden und Cafés zu einer kleinen Pause ein. Besonders am Abend füllen sich die Uferpromenaden, um den Sonnenuntergang über der Ägäis zu beobachten. Über den Landweg geht es zurück nach Ayvalik, denn die Insel ist mit einer Brücke mit dem Festland verbunden.

Geschichte in Canakkale

Neben Olivenhainen, malerischen Städtchen und dem Ida-Gebirge verspricht die Region aber auch viel Geschichte, die besonders in Canakkale zu spüren ist. Die lebendige Hafenstadt verbindet Europa und Asien und ist das Tor zu den Dardanellen. Und nur wenige Kilometer außerhalb befindet sich eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten der Welt: Troja.

Zwischen den freigelegten Mauern werden die verschiedenen Siedlungsschichten sichtbar, die von einer mehr als 4.000-jährigen Geschichte erzählen. Der Mythos um das Trojanische Pferd mag legendär sein – der historische Ort beeindruckt aber ohnehin.

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