
Ungarns Theiß-See ist ein Paradies für Aktivurlauber und Naturliebhaber: Radwege, Kanus, Reiterhöfe und Thermalbäder treffen auf seltene Vögel, mehr als 30 Inseln und geschützte Natur. Ein überraschend vielseitiges Reiseziel abseits des Balatons.
Der Plattensee ist der bekannteste, aber nicht der einzige See Ungarns. Ein großes Aktivangebot, intakte Natur und äußerst bemühte Gastgeber bietet der Theiß-See 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Budapest. Und man sieht Ungarns zweitgrößtem See nicht an, dass er in den 70er Jahren von Menschenhand geschaffen wurde.
Fünf Buchten, fünf ganz unterschiedliche Urlaubswelten
Durch die Aufstauung des Flusses Theiß sind fünf Buchten entstanden, die unterschiedlich genutzt werden. Eine Bucht steht komplett unter Naturschutz, hier ist Urlaubern jegliche Aktivität untersagt. In einer anderen Bucht ist Badeurlaub in sechs Freibädern zugelassen, wieder eine andere erlaubt Segeln und sogar laute Jetski- und Motorboottouren. Mehr als 30 Inseln liegen im See, seine Gestaltung prägen tote Arme, befestigte Überschwemmungsgebiete, Moorwiesen und Sumpfrosenfelder.
Der Theiß-See ist Lebensraum für mehr als 50 Fischarten, die hier übers Jahr geangelt werden können. Da verwundert es nicht, dass Angler einst die ersten Touristen am See waren. Mehr als 200 Vogelarten wurden registriert. Die Vogelwelt erschließt sich Besuchern unter anderem bei einem Spaziergang über einen eineinhalb Kilometer langen, verwunschenen Steg, der drei Inseln verbindet.
Zwischen Vogelparadies und Theißblüte
Rund um den See liegen Orte mit zwar nicht sensationellen, aber immerhin originellen Sehenswürdigkeiten: Reiterhöfe, ein Puppenmuseum und eine einzigartige Kirschbaumsammlung im malerischen Dorf Kötelek. Interessant ist ein Spaziergang auf dem Theißblüten-Überschwemmungsweg. Theißblüte wird das schier unglaubliche Naturschauspiel genannt: An einem oder zwei warmen Frühjahrstagen steigen Millionen kleiner Insekten aus dem Flussbett auf, um sich zu paaren.
Sehenswert ist auch ein Besuch der als Unesco-Welterbe anerkannten Hortobagy-Puszta, Teil der gleichnamigen Nationalparks mit weiter Steppenlandschaft, Ziehbrunnen sowie Rinder- und Pferdeherden.Knapp zwei Dutzend kleinerer Veranstalter bieten den Theiß-See an. Verkaufsargumente sind die Thermalbäder rund um den See, die Begegnung mit der intakten Natur und die vielen Aktivitäten, die angeboten werden.
Mit dem Fahrrad, Kanu oder zu Pferd rund um den See
Die größte Investition in die Infrastruktur war der Bau eines Fahrradweges rund um den See, der völlig eben und deshalb von Familien leicht zu schaffen ist. In noch einem Punkt ist das Ziel vorbildlich: Die Region ist seit sechs Jahren von einem Netz von Tourenzentren umgeben – Häfen, Restaurants, Reiterhöfe, Quartiere. Hier können Urlauber Fahrräder, Kanus, Kajaks, Motorboote, Pferdewagen, Nordic-Walking-Stöcke und GPS-Geräte mieten. Auch Ausflugsangebote und bewachte Parkplätze gibt es hier. So können Urlauber auch ohne Auto auf Tour sein.
Horst Schwartz


