Woher kommt der Nikolaus?

Die Höhlengräber sind nur ein Teil der vielen Sehenswürdigkeiten in Myra.
Demre, Myra, Kale: drei Namen für den Ort, in dem Nikolaus tätig war. Fotos: jm

Fakt ist: Der Nikolaus hat wirklich gelebt. Wahrscheinlich wurde er um 560 geboren, im heutigen Patara an der türkischen Ägäisküste. In Patara gibt es zwar kaum Hinweise auf die Geburtsstädte des populärsten Heiligen des Christentums. Dafür ist man im rund hundert Kilometer entfernten Kale mächtig stolz auf den Schutzpatron der Kinder. Dort wirkte der Nikolaus als Bischof.

Der Ort ist von drei Seiten mit Bergen umgeben und hat drei Namen: Kale, in der Verkehrssprache am geläufigsten, Demre, so wird auch der Fluss genannt, der dort ins Meer mündet, und Myra, der antike Name. Myra war nicht nur Bischofssitz des Nikolaus, sondern auch eine der bedeutendsten Städte des Lykischen Bundes. Von der einstigen Metropolis blieben aber nur das immer noch beeindruckende Theater in seiner römischen Form und die Felsengräber am Hügelfuß erhalten.

Frühmorgens und spätabends haben die Ruinenstätten ihre größte Anziehungskraft. Was heißt Ruinen? Das Theater von Myra ist so gut erhalten, dass man die Fantasie nicht besonders strapazieren muss, um sich vorzustellen, wie die antiken Schauspieler das ewige Spiel von Liebe, Macht und Tod zelebrierten.

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Da lassen sich selbst Archäologie-Muffel ohne Probleme begeistern. Die dann auch weiter stiefeln und sich in der sonst eher schmucklosen Stadt auch noch die Nikolaus-Statue sowie die Nikolaus-Kirche anschauen, die bescheiden in einem Zypressenhain liegt und die Grabstätte des Heiligen beherbergt. Allerdings lässt sich der Sarkophag nicht mehr identifizieren, und die Gebeine wurden von Reliquienräubern aus dem italienischen Bari im Jahr 1087 entführt. Dort werden sie bis heute in der Basilika San Nicola verehrt.

1994 gründete der Moslem Muammer Karabulut in Kale die Nikolaus-Gesellschaft. Sein Motto: „Der Nikolaus steht nicht nur für Gerechtigkeit und Friede, für Wahres, Schönes und Gutes, sondern auch für Völkerverständigung.“ Die Gesellschaft organisiert jedes Jahr am 6. Dezember das Nikolaus-Fest und hofft, eines Tages die weltweit größte Nikolaus-Bibliothek zusammengetragen zu haben.

Sie soll Theologen, Historikern und Archäologen aus aller Welt zur Forschung dienen. Schließlich lassen sich bis heute nicht einmal die genauen Lebensdaten des Bischofs rekonstruieren. Sicher dürfte jedoch sein, dass er keinen dicken Wintermantel getragen hat, sondern einen einfachen, leichten Überwurf, der dem mediterranen Klima entgegenkam.

Stock und Bart – so ist sich die Forschung über das Erscheinungsbild einig – dürften jedoch mit dem heutigen, westlich geprägten Bild des Nikolaus übereinstimmen.

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