
Mehr Sand, neue Promenaden und modernisierte Hotels sollen Puerto Plata und seine Nachbarorte wieder attraktiver machen – auch für Individualreisende und Gäste mit höheren Ansprüchen.
In neuen Pavillons unter Kokospalmen und Meertraubenbäumen genießen Gäste bei Bier und Kaffee die Strandpromenade und das Meer. Über eine Million Kubikmeter Sand wurden an den Stränden der Dominikanischen Republik in den vergangenen Jahren aufgeschüttet, ein großer Teil davon am Long Beach in Puerto Plata an der Nordküste des Landes. Nun schlendern wieder viele Paare und Familien über die rot gepflasterten Bürgersteige.
Sie besichtigen San Felipe, die Festung unweit des Hafens, oder fahren mit der generalüberholten Seilbahn auf Puerto Platas Hausberg. Die Region ist auf dem besten Weg, ihr Schmuddel-Image loszuwerden, unter dem sie nach Billigstpreisen und ausbleibenden Investitionen lange litt. Seit drei, vier Jahren haben Regierung, Kommunen und Privatwirtschaft die Ärmel hochgekrempelt.
„Der Kampf gegen Müll und Unrat, die neue Kanalisation, mehr Sand und Grün erfreuen Dominikaner und Gäste“, sagt Elvin Polanco, Service-Verantwortlicher im Haus der lokalen Tourismusbehörde. Er fügt hinzu: „Die Wende spüren unsere Bürger und ziehen mit.“
Neue Hotels für Individualreisende
Viele Hotels im Nordwesten der Dom Rep wurden modernisiert, einige kleinere Nobelhotels haben rund um Puerto Plata und Sosúa neu eröffnet. So auch das Boutique-Hotel Casa Colonial Beach & Spa, das bei Kritikern als riskante Investition gilt. Schließlich liegt es an der Playa Dorada, der ältesten und größten Ferienanlage der Region mit vielen preiswerten All-inclusive-Anlagen.
„Mancher hat uns vor drei Jahren für verrückt erklärt“, sagt Direktor Roberto Casoni. Doch er ist sich sicher, dass auch an der Nordwestküste immer mehr Gäste Luxusklasse mit individuellem Zuschnitt suchen. Vor der Casa Colonial wurde der lange Strand ebenfalls kräftig mit Sand aufgefüllt.
„Auf Individualtouristen, die ein feines Designer-Hotel schätzen“, setzt auch Clemente Silverio, Direktor des Victorian House in Sosúa. Dort wird kräftig gehämmert, erweitert und verschönert. Als Kontrast zum „neuen“ Sosúa sind in der Nähe noch zwei, drei geschlossene Anlagen zu sehen.
Sauberer, ruhiger und ein wenig schöner
Auch dieser Ort aus der Anfangszeit des Tourismus ist nun ein wenig schöner. Vor allem aber ist er sauberer und ruhiger als vor Jahren, als Anwohner über Straßenlärm, laute Bars und ausufernde Prostitution klagten. Und Cabarete?
„Wir sind quasi das kleine Dorf, das sich tapfer und erfolgreich gegen All-inclusive-Tourismus wehrt“, sagt Claudia Schwarz. Sie ist Miteigentümerin der Villa Taina, einer kleinen schmucken Anlage mit vielen Surfern.
Von Bernd Kubisch


