Leguane, Tukane, Affenleitern und Kakao

Ein farbenprächtiger Tukan sitzt seitlich auf einem schrägen Ast vor strahlend blauem Himmel. Sein Schnabel ist groß und leuchtend bunt – grün, gelb, orange und rot. Das Gefieder des Vogels ist überwiegend schwarz, mit einem gelben Hals und roten Akzenten am Schwanz. Einige grüne Blätter ragen vom Bildrand ins Bild.
Die Natur begleitet Besucher Costa Ricas auf Schritt und Tritt. Foto: cah
Ein dunkler Brüllaffe mit dichtem schwarzem Fell sitzt auf einem großen, gefächerten grünen Palmblatt. Er schaut direkt in die Kamera, mit einem ernsten Gesichtsausdruck. Sein langer Schwanz ragt nach oben, und seine langen Finger krallen sich in das Blatt. Die Szene ist von tropischer Vegetation umgeben.
Schaut ein bisschen grimmig: ein junger Brüllaffe. Foto: cah
Ein lächelnder Mann steht im tropischen Regenwald und hält eine grüne Leguan-Echse an seiner Brust. Er trägt ein weißes T-Shirt und blickt direkt in die Kamera. Um ihn herum wachsen üppige grüne Pflanzen, im Hintergrund ist ein kleines Gebäude mit Wellblechdach zu sehen.
Schaut ein bisschen grimmig: ein junger Brüllaffe. Foto: cah

Lastwagen mit Bergen von Bananen brummen laut an uns vorüber. Für ein paar Augenblicke erscheint dann die regenwaldgesäumte Hauptstraße Nr. 32 wieder leer. Sie ist die einzige zwischen der Hauptstadt San José und der Karibikküste.

Wie am Pazifik schon entwickeln sich die Fischerdörfer dort mit ihren traumhaft schönen Stränden zu begehrten Urlaubszielen. Puerto Viejo de Talamanca etwa lockt die Surfer an. Zwischen Januar und März erzeugt sein hohes Riff spektakuläre, schwer brechende Wellen wie die Salsa Brava – wörtlich: „Wilde Soße“.

Für das entspannte Flair sorgen jamaikastämmige Costaricaner. Ihre Vorfahren kamen zum Bau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert, verpflegt mit billigen Bananen. Mit deren großflächigem Anbau begründete man folgenschwere Monokulturen. Noch heute gehört Costa Rica weltweit zu den größten Bananenproduzenten.

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Wildnis muss man nicht suchen

Jorge Godinez hält urplötzlich an. Was hat der aufmerksame Fahrer jetzt entdeckt? Noch ein Faultier? Nein, ein harmloses Insekt. Es ist ein Elefantenkäfer in der Größe eines Maulwurfs. Längst wissen wir: Im artenreichen Costa Rica muss niemand nach der Wildnis suchen. Denn noch ist sie fast überall und immer da, wenngleich sich die Plantagen – auch für Ananas und Kaffee – beharrlich in die Wälder fressen. Uns begleitet die Natur auf Schritt und Tritt – ob bei der Wanderung zu den Vulkanen Arenal und Irazú, beim Kayaking auf den Kanälen Tortugueros oder beim Schnorchelabenteuer im Korallenriff von Manzanillo.

Am Rand des Regenwalds liegt unser nächstes Ziel: das Dörfchen Watsi in Keköldi, ein Reservat der Ureinwohner Bribri. Um ihre Häuser mischt sich Landwirtschaft mit Dschungel. Im Schatten hoher Bäume reifen Früchte, auch der heilige Kakao. „Er ist Symbol für Leben, Blut und Weiblichkeit“, weiht uns Don Catato ein.

Der 64-jährige Medizinmann ist zugleich der Ortsvorsteher. Die Chefs sind aber eigentlich die Frauen. Nur sie besitzen Land, bestimmen, welches Kind zu welchem Clan gehört, dürfen Kakao verarbeiten und als Getränk servieren.

Das hat auch mit dem Glauben der Bribri zu tun. Demnach wurden die ersten Menschen vom Gott Sibú aus Maiskörnern erschaffen. Er selbst heiratete Tsuru’, die Göttin des Kakaos. Die Verantwortung für die kostbare Frucht blieb bis heute bei den Frauen.

Schutzprojekte für Arterhaltung

Mit der Natur sind alle eng verbunden, schon aus der Tradition heraus. „Sie ist unser Lebensraum, Nahrungs- und Rohstoffquelle“, sagt 
Catato Lopez. Mit Schutzprojekten wie etwa für Grüne Leguane oder Aras engagieren sich die Bribri für die Arterhaltung. Zur Finanzierung nutzen sie die Tour- und Eintrittsgelder – wie bei diesem Dorfbesuch.

Bei einem Streifzug durch den Wald zeigt uns Catato Lopez bunte Pfeilgiftfrösche und verrät, welche Pflanzen sich besonders gut zum Heilen und Färben eignen. Als Vogelpfeife könne man die Samenkapseln einer Lianenart verwenden. Ihren bis zwei Meter langen Hülsenfrüchten verdankt sie den Namen „Affenleiter“. Tatsächlich demonstrieren uns zwei possierliche Kapuzineräffchen daran ihre Kletterkünste.

Fast bedächtig wirken dagegen die Brüllaffen, die wir in einer Baumkrone erspähen. Fünf Kilometer weit soll man ihr tiefes, raues Röhren oder Bellen hören können. Diese hier widmen sich schweigend und in aller Ruhe ihrer Blatt­mahlzeit. Nur Papageien, Singvögel und Hühner sind zu hören. Es ist eine Ruhe, die uns während unserer Rundreise durch Costa Rica immer wieder begegnet und Teil des Lebensgefühls der Menschen ist: „Pura Vida“.

Tipps und Infos

  • Reisezeit: Blauen Himmel, beste Surferwellen und viel Sonne, dafür wenig Mücken gibt es in der trockenen Hochsaison von Dezember bis April. Die eher feuchte Periode von Mai bis ­November macht alles leuchtend grün. Regen gibt es auch dann meistens nur am Nachmittag. Es ist die Zeit der Schildkröten und Wale.
  • Anreise: Unter anderem mit Lufthansa nonstop von Frankfurt nach San José.
  • Einreise: Mit Reisepass. Es ist kein Visum ­erforderlich.
  • Rundreise: Eine zwölftägige Selbstfahrerreise inklusive Flug und Mietwagen, Frühstück und weiterer Mahlzeiten, elf Übernachtungen im Doppelzimmer sowie Aktivitäten wie ein Kakao-Erlebnis beim Volk der Bribri sowie dem Besuch eines Ara-Schutzprojektes und einer Leguanfarm bietet ­Meiers Weltreisen an.
  • Auskunft: www.visitcostarica.com
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