Ägypten: Kaum Stornoanfragen für Hurghada

Ist überzeugt davon, dass der Vorfall im Hotel Bella Vista kein Terroranschlag war: Ägyptens Tourismusminister Hisham Zaazou
Ist überzeugt davon, dass der Vorfall im Hotel Bella Vista kein Terroranschlag war: Ägyptens Tourismusminister Hisham Zaazou. Foto: ta

Vier Tage nach dem Vorfall im Hotel Bella Vista in Hurghada deutet alles darauf hin, dass es sich um einen bewaffneten Überfall und somit nicht um einen Terroranschlag gehandelt hat. Zudem habe das Ereignis gezeigt, „dass die Sicherheitskräfte vor Ort schnell und besonnen handeln können“, berichtet der Chef einer ägyptischen Incoming-Agentur.
Das Auswärtige Amt geht deshalb nach wie vor davon aus, dass Urlaub am Roten Meer sicher ist. Die Behörde rät derzeit lediglich von Ausflügen ab und empfiehlt, sich bei einem Aufenthalt in Hurghada „umsichtig zu verhalten“.
Juristisch besteht für die Veranstalter damit kein Anlass, kostenlose Stornos anzubieten. Allerdings zeigen sich die Anbieter kulant. So können Kunden der FTI Group, die das Bella Vista Hotel gebucht hatten, bei geplanter Anreise bis 22. Januar ihre Reise kostenlos stornieren. Gäste, die sich momentan im Bella Vista befinden, können auf Wunsch und bei Platzverfügbarkeit kostenlos vorzeitig abreisen. Darüber hinaus gilt bei FTI die „Ägypten-Sorglos-Buchen-Garantie“, die kostenlose Umbuchungen bis 30 Tage vor Abreise ermöglicht.
Bei DER Touristik können Abreisen bis 29. Februar umgebucht oder storniert werden. Schauinsland hat am Wochenende nach eigenen Angaben „kurzfristig Umbuchungs- und Stornolösungen für Kunden gefunden, die aufgrund der Ereignisse ihre Reise in den nächsten Tagen nicht antreten wollten“. Rückreiseanfragen von Kunden, die vor Ort sind, gab es bislang „nur sehr vereinzelt“, heißt es aus Duisburg.
Bei Alltours gibt es kein übergreifendes Stornoangebot. Wie immer gelte jedoch der Grundsatz: „Niemand soll mit Angst in den Urlaub fliegen“. Man prüfe bei den bislang wenigen Anfragen jedoch „jeden Einzelfall“, heißt es aus Düsseldorf.
Auch TUI verzichtet auf Stornoangebote. Gästen, die vorzeitig nach Deutschland zurückkehren möchten, sei man bei „der Organisation behilflich“. Bislang gebe es aber „lediglich vereinzelte Rückreisewünsche“ der 3.100 Urlauber vor Ort. Das Ausflugsprogramm wurde bis Ende Januar für ganz Ägypten abgesagt.
Die Veranstalter verweisen durchweg darauf, dass die Lage vor Ort ruhig sei und ein ständiger Austausch mit den zuständigen Behörden sowie den Reiseleiterorganisationen vor Ort bestehe. Die Zahl der Stornoanfragen sei bislang gering.
Zu dem Vorfall am vergangenen Freitagabend hat sich bislang niemand bekannt. Das Bella Vista Hotel veröffentlichte auf der eigenen Facebook-Seite Folgendes: Zwei junge Männer unter Drogen hätten eines der Hotel-Restaurants gestürmt. Sie sollen Plastikpistolen und kleine Messer bei sich getragen und drei Gäste sowie das Security-Personal attackiert haben.
Der Hotelpolizist habe daraufhin beide Männer niedergeschossen. Dabei wurde einer getötet, der andere verletzt und festgenommen. Was der Grund für die Attacke war, ist bisher nicht geklärt. In den Medien und sozialen Netzwerken reichen die Gerüchte von einem Beziehungsstreit bis hin zu der These, dass die beiden Männer ehemalige Mitarbeiter des Hotels waren und Lohnforderungen einstreichen wollten.
Ägyptische Medien verbreiteten aber auch ein Foto einer IS-Flagge, die angeblich neben den niedergeschossenen Männern gelegen haben soll. Zudem will laut Medienberichten ein norwegischer Urlauber, der im Hotel wohnt, gesehen haben, dass die Täter bei ihrer Stürmung eine IS-Flagge geschwenkt hatten.
Aus Sicht des ägyptischen Tourismusministers Hisham Zaazou war es eine Einzeltat und keine Terroraktion. Zaazou kündigte weitere Sicherheitsmaßnahmen an, um Touristen zu schützen.

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