
Als letzter der großen Reiseveranstalter hat nun auch Dertour seine Konditionen für das nächste Touristikjahr veröffentlicht. Und die sehen gut aus: Für große Büros ändert sich nichts, Agenturen mit kleineren Umsätzen bei der Dertour Group werden hofiert.
Stabile Konditionen für Büros mit großen Dertour-Umsätzen, eine verbesserte Vergütung für Agenturen mit einem kleineren Anteil bei Deutschlands zweitgrößtem Reisekonzern: Das ist die Botschaft des neuen Vertriebschefs von Dertour, Georg Welbers, mit Blick auf das neue Provisionsmodell für das Touristikjahr 2026/2027.
„Mit unseren neuen Konditionen entwickeln wir das bewährte Modell gezielt weiter“, sagt Welbers, der vor gut drei Monaten von Alltours zu Dertour gewechselt war und mit dem neuen Modell im Reisebüro-Vertrieb viel Lob ernten wird.
Zehn Prozent ab 100.000 Euro
Die wichtigste Botschaft: Die Umsatzschwelle für die zehnprozentige Grundprovision wird von 130.000 Euro auf 100.000 Euro abgesenkt. Und ab der ersten Buchung gibt es künftig acht statt sieben Prozent.
Damit gibt Dertour die rote Laterne im unteren Umsatzbereich an TUI ab: Beim Marktführer, der sein Modell für 2026/2027 stabil hält, steigen kleine Reisebüros mit 7,5 Prozent Grundprovision ein. Allerdings hatte TUI Deutschland 2025 die Einstiegshürde für eine Provision von zehn Prozent von 150.000 Euro Umsatz auf 80.000 Euro gesenkt – und liegt damit etwas attraktiver als Dertour. Zum Vergleich: Alltours zahlt ab dem nächsten Touristikjahr sogar ab der ersten Buchung zehn Prozent. Bei Schauinsland-Reisen ist dies schon immer der Fall.
Ziel: Aktiveres Steuern der Büros
Sales Director Nils Casmir sieht Dertour im unteren Segment mit dem neuen Modell dennoch sehr gut aufgestellt und hofft gemeinsam mit Welbers auf ein aktiveres Steuern der Büros. „Durch die Absenkung bieten wir Reisebüro-Partnern, die bisher noch nicht so intensiv mit uns zusammengearbeitet haben, einen stärkeren Anreiz, mehr Umsatz mit uns zu erzielen“, verweist Casmir auf das „große und stetig wachsende Portfolio“ der Dertour Group.
Dazu gehört nicht nur das laut Dertour „größte Hotelportfolio eines Veranstalters im deutschen Markt“, sondern neu auch der 2025 übernommene Kroatienspezialist ID Riva Tours: Die Umsätze mit dem Veranstalter fließen ab November erstmals mit in die Vertriebskonditionen von Dertour ein. Die Aschaffenburger Dertour-Tochter Vtours bleibt beim Thema Vergütung dagegen weiterhin eigenständig.
„Für Büros mit hohen Dertour-Umsätzen waren wir schon immer sehr attraktiv. Jetzt bieten wir auch Büros mit kleineren Umsätzen bei uns einen stärkeren Anreiz, Produkte der Dertour Group zu buchen.“
Hochstufung erfolgt unterjährig
Spannend für Büros mit kleineren Dertour-Umsätzen ist ein besonderer Clou des Modells: Wer im Laufe des nächsten Touristikjahres die Umsatzstufe von 100.000 Euro erreicht, wird rückwirkend von acht auf zehn Prozent hochgestuft.
Reisebüros, die diese Liquidität schon vorher haben möchten und nah an der Schwelle von 100.000 Euro sind, haben noch bis Ende Oktober Zeit, sie zu knacken. Denn im Gegensatz zu allen anderen Veranstaltern zahlt Dertour die Provision auf Basis des Buchungs- und nicht des Reisedatums.
Bonus für eigene Hotelmarken unverändert
Der im letzten Jahr eingeführte Top-Choice-Bonus bleibt bestehen: Ab einem Umsatz von 130.000 Euro erhalten Reisebüros weiterhin zusätzlich ein Prozent Provision auf Buchungen des Portfolios der Dertour Hotels & Resorts (DTHR). Zu ihnen gehören unter anderem die Marken Sentido, Aldiana, Playitas, Ananea, Calimera.
Der Bonus gilt zudem für die Marken der DSR Hotel Holding wie Arosa Hotels, Aja Resorts und Henri Hotels. Durch diese Boni sind bei Dertour Gesamtprovisionen von bis zu 13,75 Prozent möglich. Beide Hotelbereiche sollen kontinuierlich ausgebaut werden, einer der Zuwächse in diesem Jahr war das frühere Marriott-Hotel am Tegernsee.



