DRSF plant weitere Entgeltsenkung für Veranstalter

Im vergangenen Jahr hat der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) erstmals die Entgelte für abgesicherte Reiseveranstalter gesenkt, nun werden weitere Entlastungen in Aussicht gestellt. „Wir wissen um die Bedeutung einer möglichst kostengünstigen Reisepreisabsicherung und der DRSF hat mittlerweile eine finanzielle Größenordnung und Solidität erreicht, die eine weitere Entgeltsenkung ermöglichen“, erklärt DRSF-Geschäftsführer Ali Arnaout im Gespräch mit touristik aktuell und kündigt an: „Wir arbeiten konkret an der Vorbereitung.“

Im September 2025 war der von Veranstaltern an den DRSF zu entrichtende Beitrag von einem Prozent auf 0,75 Prozent des absicherungspflichtigen Pauschalreiseumsatzes gesunken. In einem weiteren Schritt wurde der Satz mit Beginn des neuen Absicherungsjahres am 1. November 2025 auf 0,5 Prozent reduziert. Vorausgegangen war wiederholte und massive Kritik unter anderem von großen Reiseveranstaltern wie TUI und Dertour, denen die finanzielle Belastung zu hoch war.

Weitere „konzeptionelle Verbesserungen“ geplant

Im Einklang mit künftigen Absenkungen plant der für die Insolvenz- und Kundengeldabsicherung in der Pauschaltouristik zuständige Fonds auch „weitere konzeptionelle Verbesserungen, etwa bei der Dimensionierung der Sicherheiten“, erläutert Arnaout. „Der DRSF könnte zum Beispiel künftig unterscheiden zwischen stark saisonalen Geschäftsmodellen und solchen, die über das ganze Jahr hinweg für relativ gleichmäßige Auslastungen und Cashflows sorgen.“

Anzeige
26-06 - 26-09 Sandals ContentAd Banner

Auch eine stärkere Berücksichtigung der individuellen Finanzsituation von Unternehmen und eine flexiblere Sicherheitenstellung seien denkbar. So könne in Zukunft auf die Unter- und Obergrenze für die Sicherheiten von fünf und neun Prozent verzichtet werden kann. „Diese sollen durch eine algorithmische Ermittlung auf Marktdatenbasis ersetzt werden“, führt der DRSF-Chef aus.

Datenqualität bei Erstattungen muss verbessert werden

Im ta-Interview nahm der Reisesicherungsfonds auch noch einmal Stellung zu den viel kritisierten Problemen bei der Kundengelderstattung nach der FTI-Pleite. „Nach den Erfahrungen im Fall FTI steht besonders die Frage im Fokus, wie der Umgang mit Kunden- und Zahlungsdaten im Zusammenspiel mit Reiseveranstaltern, Vermittlern, Verbrauchern und dem DRSF verbessert werden kann“, unterstreicht Stefan Korsch, der seit April 2025 Co-Geschäftsführer ist. Letztlich sei es „im Interesse aller Beteiligten, wenn der DRSF die für einen Erstattungsfall nötigen Daten rasch und in standardisierter Form erhält“.

Dies gelte es weiter auszubauen, etwa durch die Entwicklung einheitlicher Schnittstellen, fügt der IT-Experte Korsch hinzu. „Zugleich geht es um die Weiterentwicklung unserer Online-Plattformen hin zu einem ganzheitlichen, nutzerfreundlicheren Verbraucherportal.“

Das ausführliche Interview mit dem DRSF-Geschäftsführern lesen Sie im Themenschwerpunkt Versicherungen in den neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 01/2026), die auch als E-Paper erhältlich ist.

×