
Der Reiseveranstalter Glauch Reisen hat am Landgericht Mönchengladbach Insolvenz angemeldet. Das bedeutet: Alle Kunden, die derzeit noch mit Glauch auf Reisen sind, müssen ihre Leistungen vor Ort direkt an die Leistungsträger bezahlen. Nach dem jetzigen Stand der Dinge sind die Flüge von Glauch Reisen alle ordnungsgemäß bezahlt worden.
Insolvenzversicherer R+V hat unter 06 11 / 5 33 58 59 eine Hotline für betroffene Pauschalreisende geschaltet. Für eine Erstattung benötigen sie Rechnung, Buchungsbestätigung und Zahlungsbeleg. Offen ist derzeit, welche Ansprüche Pauschalreisende haben, die vor dem Insolvenzantrag am 12. September gestrandet waren. Einzeln gebuchte Leistungen sind nicht versichert. Diese Kunden können ihre Kosten nur beim Insolvenzverwalter geltend machen. Dieser wird in der nächsten Woche bekannt gegeben.
Glauch-Chef Stefan Glauch hatte heute Morgen in einer Mitteilung auf der Facebook-Seite des Unternehmens das Aus der Firma angekündigt. Wörtlich schreibt Glauch: „Liebe Kunden, unser Unternehmen wuchs in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Größe heran. Mit 150.000 Urlaubern pro Jahr und 50 Millionen Euro Umsatz, konnten wir uns nach und nach in der Touristik-Welt einen Namen machen. Leider haben wir heute den Kampf verloren. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen.“ Der Eintrag ist inzwischen mit allen weiteren Beiträgen seit dem 21. August gelöscht.
Von „Vertrauen“ möchten viele Kunden, die Glauch seit dem Bruch der Zusammenarbeit mit der Incoming-Agentur MTS/OTS hängen ließ, ohnehin nicht mehr reden: Innerhalb von zwei Wochen schaffte es der Veranstalter nicht, Reisebüros und Kunden über Stornos im Zielgebiet zu informieren. Zahlreiche Urlauber flogen somit ohne jede Vorahnung nach Spanien oder in die Türkei – um dort festzustellen, dass es weder einen Transfer für sie gibt noch ein gebuchtes Hotel.
Glauch Reisen hatte offenbar bereits seit Jahren finanzielle Probleme. So gingen bei vielen Reisebüros Provisionen verspätet ein – und auch MTS/OTS beklagte immer spätere Zahlungseingänge. „Seit Sommer 2012 wurden die vereinbarten Zahlungsmodalitäten mehrfach gebrochen mit der Folge, dass Außenstände aufgelaufen sind“, sagt Rembert Euling, Chef von MTS/OTS. Ende August habe er deshalb die Reißleine ziehen müssen und „Leistungen für nicht gezahlte zukünftige Anreisen“ ab dem 26. August in Spanien und Portugal verweigert. Gleiches sei ab 2. September für die Türkei und weitere „kleine Zielgebiete“ erfolgt.



