
Mit einem klaren Konzept will die Dertour Group Reisebüros darin unterstützen, sich aktiv dem Thema Rückvergütungen entgegenzustellen. „Cashbacks sorgen verständlicherweise für Unruhe im Reisebüro-Vertrieb“, so Mark Tanz, Geschäftsführer Operations bei Dertour Deutschland. Als Veranstalter wolle man die Büros deshalb sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig unterstützen.
Kurzfristig geht es Dertour Mark Tantz zufolge um „Maßnahmen, die sofort Wirkung zeigen“. So biete man Vertriebspartner einen „breit aufgestellten Marketing-Mix“ – von Kunden-Mailings über Digital Signage bis hin zu Social-Media-Unterstützung, Anzeigenservices und Schaufensterdekorationen. Damit stelle man „sicher, dass Reisebüros im direkten Kundenkontakt sichtbar und wettbewerbsfähig bleiben“.
„Klare Provisions- und Buchungslogiken“
Mittelfristig investiere Dertour in Prozesse und Tools, die Beratung und Verkauf effizienter machen. Dazu gehören nach Aussage des Managers technische Weiterentwicklungen des Buchungs- und Beratungstools Travel Compass, Schulungsangebote sowie „klare Provisions- und Buchungslogiken, die für Verlässlichkeit im Arbeitsalltag sorgen“.
Langfristig arbeitet Deutschlands zweitgrößter Reisekonzern daran, Reisebüros „als starken Beratungsort“ zu sichern, so Tantz. „Wir setzen auf Qualität, Expertise und persönliche Beratung – denn sie sind die entscheidenden Faktoren, die ein Reisebüro von Online-Portalen unterscheiden.“
Gegen die „Mechanismen kurzfristiger Rabattlogiken“
Das Ziel sei klar, betont der Manager: „Wir wollen unsere Reisebüro-Partner dabei unterstützen, nicht nur in den Mechanismen kurzfristiger Rabattlogiken gefangen zu sein, sondern mit starken Services, tiefem Wissen und passgenauen Tools langfristig erfolgreich zu bleiben.“
Die Hilfe für den Vertrieb ist keineswegs uneigennützig: Dertour selbst würde gerne den Rückvergütern das Handwerk legen, ist aber schon vor Jahren mit entsprechenden Klagen juristisch gescheitert.
Cashback auch für Veranstalter ein Problem
Erst jüngst betonte der Touristikexperte Max Hübner in einem Interview mit touristik aktuell, wie Rückvergüter Veranstaltern wie Dertour das Konzept verhageln: So würde der Konzern in seiner aktuellen Kampagne mit der Band Fanta 4 das Ziel verfolgen, dass die eigene Marke von Endverbrauchern nicht über den Preis, sondern über das positive Image wahrgenommen wird. Das sei der richtige Weg, so Hübner, habe aber nicht die gewünschte Wirkung, wenn Dertour-Reisen über Rückvergüter vor allem über den Preis verkauft würden.
Einen Auszug des Interviews finden Sie in unserem Artikel „Die Gefahren der Cashback-Modelle“. Das gesamte Gespräch lesen Sie in ta 2/25, das auch als E-Paper abrufbar ist.



