

Reisen stellt auch in Corona-Zeiten kein erhöhtes Risiko dar. Dieser Ansicht ist zumindest Andreas Rüttgers, Touristikchef von Schauinsland-Reisen. Er wirft der Politik vor, ein falsches Bild zu zeichnen. „Wir haben in unseren Clubhouse-Sendungen mitbekommen, dass viele Leute ganz überrascht sind, wie gering das Risiko ist, zu verreisen“, berichtet er. In den meisten Regionen gebe es viel niedrigere Inzidenzzahlen als hierzulande.
Aber leider gelinge es der Touristikbranche nicht, die Situation so darzustellen, wie sie sei. „Pauschalreisen stellen kein erhöhtes Risiko dar, ganz im Gegenteil. Solange wir den Aussagen der Politiker Raum lassen, wird sich das negative Bild des Reisens aber nicht ändern“, sagt Rüttgers.
Als Beispiel führt der Touristikchef die Kanaren an: „Das wird komplett gleich gehalten, egal, ob es sich um Fuerteventura handelt oder um Teneriffa.“ Dabei seien die Inzidenzzahlen extrem unterschiedlich. „Dass da nicht differenziert wird, ist ein Skandal.“ Im Endeffekt gehe ein solches Vorgehen auf Kosten des Steuerzahlers.
Es seien hohe Summen in Großveranstalter investiert worden, um sie am Leben zu erhalten. Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist generell ja zunächst positiv. „Aber wir Veranstalter haben alle für die Umsetzung der Vorlagen viel Geld ausgegeben. Doch das interessiert jetzt keinen“, bedauert Rüttgers.
Wegen der Reisebeschränkungen buchten viele Leute nicht – und das würden sie tun, wenn sie die Tatsachen kennen würden. „Ich verstehe nicht, warum die Tourismusbranche sich nicht geballt dagegen wehrt.“ Zumal die Veranstalter gerade die Aufgabe hätten, ein Maß an Vertrauen zu schaffen, dessen Verlust sie gar nicht zu verantworten hätten. Wären die Reisebeschränkungen weniger drastisch ausgefallen, hätten Umsätze erzielt werden können, und die Verluste wären deutlich geringer gewesen.
Das ausführliche Interview mit Andreas Rüttgers lesen Sie in der ITB-Ausgabe von touristik aktuell, die in dieser Woche erschienen ist und hier als E-Paper hinterlegt ist.


