TUI 2012: Eigene Marken geben den Ton an

Deutschlands größter Reiseveranstalter TUI konzentriert sich weiter auf den Ausbau der eigenen Hotelkonzepte. Sie geben in den Sommerkatalogen 2012 gemeinsam mit langjährigen Partnern wie Iberotel und RIU zunehmend den Ton an. Langfristig werden sie diejenigen Hotels, die nicht exklusiv unter Vertrag stehen, aus den Katalogen in die reine Systemwelt verdrängen.

Zehn neue Hotels der Marken Sensimar, Puravida, Robinson, Magic Life und Best Family ergänzen im nächsten Sommer das Programm. Gemeinsam mit der neuen Marke Viverde stehen damit 83 Häuser unter direkter Marken-Regie von TUI. Bis 2015 soll die Zahl auf 136 Häuser steigen. „Wir könnten durchaus auch schneller wachsen, haben uns aber für den behutsamen Ausbau entschieden“, verweist TUI-Chef Volker Böttcher auf extrem hohe Qualitätsstandards.

Der Erfolg gebe der eigenen Strategie recht, betont Böttcher. Die eigenen Marken würden extrem gut nachgefragt und erzielten bei den Kundenbewertungen die mit Abstand höchsten Werte: Böttcher zufolge bewerten 91 Prozent Hotels der eigenen Marke mit „sehr gut“, im gesamten TUI-Portfolio liegt dieser Wert bei 85 Prozent.

Bei den Zielgebieten investiert sich TUI im Sommer 2012 insbesondere in Griechenland und in den USA. Das krisengeschüttelte Hellas als „Wiege der Konzepthotels“ wächst unter anderem durch drei neue Häuser von Magic Life und Robinson. Auch die Gesamtzahl der Hotels sowie die Hotelkapazitäten legen zu: „Wir investieren antizyklisch, weil wir langfristig großes Potenzial in Griechenland sehen.“

Dass in den Verträgen mit griechischen Hotels sogenannte Drachmen-Klauseln integriert werden, hat Böttcher zufolge mit den hohen Vorauszahlungen zu tun. Die werden in diesen Tagen überwiesen, damit den Partnern vor Ort während des Winters nicht die Puste ausgeht. „Diese Zahlungen, die in die Hunderttausende gehen, erfolgen in Euro. Wir müssen sichergehen, dass wir das Geld auch in Euro zurückerhalten“, begründet Böttcher die umstrittenen Klauseln.

Basis der USA-Expansion ist das neue Buchungssystem NPM. Mit 650 neuen Häusern konnte die Zahl der Hotels mehr als verdoppelt werden. TUI ist ab dem Sommer 2012 damit in jedem US-Bundesstaat präsent. Auch die Möglichkeiten zum Buchen von Flug-Tickets nach Nordamerika und weltweit wurden massiv ausgebaut.

Analog zur Konkurrenz steigen die Preise bei TUI leicht an. Bei der Eigenanreise liegen sie im Schnitt um rund ein Prozent über dem Vorsommer, Mittelstreckenziele wie Spanien, Süditalien, Portugal, die Kapverden und die Türkei werden in etwa zwei Prozent teurer.

In Tunesien und Ägypten gehen die Preise um etwa einen Prozent nach unten. Ein echtes Comeback dieser Ziele erwartet TUI allerdings nicht. Die Nachfrage werde eher „allmählich zunehmen“, glaubt Deutschland-Chef Böttcher und kündigt an, die „Kapazitäten flexibel der tatsächlichen Nachfrage anzupassen“.

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