Airports: Wie chaotisch ist die Lage wirklich?

Flughafen Frankfurt: Besonders zu Spitzenzeiten wird’s voll an den Check-in-Schaltern
Flughafen Frankfurt: Besonders zu Spitzenzeiten wird’s voll an den Check-in-Schaltern. Foto: ras

Ewig lange Warteschlangen, verzweifelte Urlauber und Berge gestrandeter Koffer in den Flughäfen – fast täglich sind derzeit solche drastischen Bilder in den Medien zu sehen, wenn über das so genannte Flugchaos berichtet wird. Aber ist die Situation wirklich durchweg so chaotisch? Eine ta-Umfrage unter großen Airports zeigt ein eher differenziertes Bild.

„Extreme Peaks“ in Frankfurt

Natürlich: Zu Spitzenzeiten wird es oftmals haarig. So werde der unter großer Personalnot leidende Flughafen in Frankfurt durch „extreme Peaks“ im Tagesverlauf besonders belastet, berichtet ein Sprecher des Betreibers Fraport. „Insbesondere in den frühen Morgenstunden und kurz vor Mittag kommt es zu einem Verkehrsaufkommen, das an die Werte von 2019 heranreicht.“ Dann gebe es längere Wartezeiten in den Terminals und besonders bei den Gepäckausgaben.

Außerhalb dieser Spitzenzeiten läuft der Betrieb aber durchaus in geregelten Bahnen, betonen andere Airports wie Hamburg und Düsseldorf. Das belegt auch eine Stichprobe beim größten Flughafen in Nordrhein-Westfalen, der in der Vergangenheit immer wieder durch große Probleme in der Passagierabfertigung aufgefallen ist: Am Donnerstagvormittag lagen die Wartezeiten beim Security-Check an allen drei Flugsteigen bei maximal 15 bis 20 Minuten, meist aber weniger. „Viele Staus und Wartezeiten gibt es zurzeit nicht“, heißt es auch vom Flughafen München.

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Das wird zu Beginn der Sommerferien, die in Bayern erst im August starten, sicherlich anders werden. Auch in Hessen und anderen Bundesländern im Einzugsbereich des Frankfurter Flughafens steht der Ferienbeginn und damit der wirkliche Stresstest für den größten deutschen Airport noch bevor: Fraport erwartet an Spitzentagen bis zu 200.000 Fluggäste pro Tag.

In Hamburg und Berlin läuft es ruhiger

Andere Beispiele zeigen aber: Das muss nicht im Chaos enden. Der Airport in Hamburg etwa zieht ein positives Fazit zum Ferienauftakt. „Trotz hoher Nachfrage und damit vielen Reisenden war die Lage zu jeder Zeit stabil und ruhig“, sagt eine Sprecherin. Ein wesentlicher Grund dafür sei eine entspanntere Personalsituation, weil man in der Hansestadt während der Corona-Krise weitsichtig gehandelt habe. Durch finanzielle Unterstützung der Beschäftigten habe man „einen Großteil des Personals“ inklusive der Bodenverkehrsdienstleister halten können, heißt es vom Flughafen.

Ähnliches berichtet der Hauptstadt-Airport BER, der sich nach eigenen Angaben „personell gut aufgestellt“ sieht und sich daher auch nicht wie andere Flughäfen um ausländische Hilfskräfte bemühen will. „Das Personalproblem betrifft eher die großen Hubs“, erklärt eine Unternehmenssprecherin.

Koffer-Problem vor allem bei Lufthansa

Gleiches gilt für das „Kofferchaos“. Dabei handelt es sich vor allem um so genanntes Rush-Gepäck, das nicht zusammen mit Passagieren am Zielort ankommt, sondern hinterhergeschickt werden muss. Dieses stapelt sich besonders an den Umsteigeflughäfen, wenn die Koffer nicht rechtzeitig in den Anschlussflieger verladen werden können. So wird am Frankfurter Airport zu Spitzenzeiten eine „vierstellige Zahl“ an Gepäckstücken zwischengelagert. Für dieses Gepäck seien aber ausschließlich die Fluglinien zuständig, heißt es von den Flughäfen.

Stark betroffen von den Koffer-Problemen ist wegen des großen Zubringernetzes zu den Drehkreuzen Frankfurt und München Lufthansa. Genaue Zahlen nennt die Kranich-Airline auf Anfrage aber nicht.

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