Bahn: DRV kritisiert Billig-Tickets zum Mauerfall

Eine „neue Dimension der Diskriminierung“ von DB-Reisebüros beklagt DRV-Bahnexperte Doldi.
Eine „neue Dimension der Diskriminierung“ von DB-Reisebüros beklagt DRV-Bahnexperte Doldi. Foto: rie

Die neue Preisaktion „Mauerfall-Spezial“ der Deutschen Bahn ist beim Deutschen Reise Verband (DRV) auf scharfe Kritik gestoßen. Die 20-Euro-Tickets, die anlässlich des historischen Datums am Montag, dem 9. November, für wenige Stunden verkauft werden, geht nach Ansicht von DRV-Vize Hans Doldi an den DB-Agenturen vorbei: „Der Verkauf des Sonderangebots findet fast ausschließlich im DB-eigenen Vertrieb statt.“

Zwar seien die Aktionsfahrscheine neben dem Internet und den Reisezentren auch über das Online-Partnerprogramm der Reisebüros erhältlich. Dies werde jedoch nur von einer „verschwindenden Minderheit“ genutzt. „Was uns besonders empört: Die Bahn unterscheidet damit erstmals zwischen dem personenbedienten Vertrieb der Reisezentren und der Agenturen“, kritisiert Doldi. „Das ist eine neue Dimension der Diskriminierung.“

Die kontingentierten und für einen Reisezeitraum von 20 Tagen gültigen Aktionstickets werden am Montag ab 18.57 Uhr, dem Verkündungszeitpunkt der Reisefreiheit aus der DDR vor 20 Jahren, verkauft. Doldi vermutet, dass die Bahn mit diesem Termin die Reisebüros „von vornherein ausschließen“ wollte, da dieser in den meisten Fällen außerhalb der üblichen Geschäftszeiten liege. „Die DB-Agenturen hätten sich gewünscht, dass die Sonderverkaufsaktion am 9. November ganztägig in allen Vertriebskanälen stattgefunden hätte.“