Condor-Chef Teckentrup: „Das ist eine Sauerei“

Ryanair in Frankfurt: Condor-Chef Ralf Teckentrup spricht von einer Wettbewerbsverzerrung
Ryanair in Frankfurt: Condor-Chef Ralf Teckentrup spricht von einer Wettbewerbsverzerrung. Foto: Condor

Condor-Chef Ralf Teckentrup hat einmal mehr die Entscheidung des Frankfurter Flughafens kritisiert, dem Airport-Newcomer Ryanair ermäßigte Tarife zu gewähren. Die Low-Cost-Airline könne damit vier Jahre lang zu den halben Airport-Gebühren in Frankfurt starten und landen. Dies sei gegenüber den etablierten Airlines am Frankfurter Flughafen eine massive Wettbewerbsverzerrung.

Lufthansa komme für 60 Prozent der Airport-Gebühren in Frankfurt auf, Condor sei zweitwichtigster Kunde, so Teckentrup. Dass Ryanair als Neueinsteiger nur 50 Prozent der Gebühren zahlen müsse, sei eine „Sauerei“. Er fühle sich „schlichtweg verarscht“, sagte der Manager vor rund 450 Branchenvertretern bei der Condor Talk Night in Frankfurt am Main.

Das zu Ende gegangene Touristikjahr bezeichnete Teckentrup als äußerst herausfordernd. Dies habe mit der allgemeinen Branchenentwicklung, aber auch mit eigenen Problemen zu tun, gestand der Condor-Chef. Zu ersterem gehört die Türkei-Krise: Allein für dieses Ziel habe Condor 40 Prozent der Kapazitäten in andere Destinationen verlagert. Insgesamt mussten daraufhin 1,1 Millionen Passagiere umgebucht werden. Dies sei sowohl für Condor als auch für die Veranstalterpartner und Reisebüros eine enorme Zusatzarbeit gewesen.

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Das gleiche gelte für die Probleme bei der Umstellung des Reservierungssystems und defekte Flugzeuge, die nach Unfällen über Monate hinweg in Berlin und Kapstadt standen und nicht einsatzbereit waren. Dies alles habe für zusätzlichem Aufwand geführt, „für den ich mich ausdrücklich entschuldigen möchte“, so Teckentrup.

Ein überraschendes Lob fand der Condor-Chef gegenüber der Politik. Die habe endlich erkannt, wie schlecht es den deutschen Airlines gehe. Die sinkenden Gebühren für die Flugsicherheit seien ein Zeichen, dass die Politik „endlich aufgewacht“ sei und den Fluggesellschaften zumindest ein Stück weit entgegen komme.

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