Lufthansa: Zuschläge teils deutlich erhöht

Bei Preiserhöhungen wegen gestiegener Treibstoffkosten infolge des Nahost-Konflikts halten sich zumindest deutsche Airlines noch zurück, so das Ergebnis einer ta-Umfrage von vergangener Woche. Allerdings hat die Lufthansa-Gruppe generelle Zuschläge, die sich neben Kerosin auch aus anderen Kostenbestandteilen zusammensetzen, durchaus angepasst.

Ein Geschäftsmann im Anzug läuft mit seinem Smartphone durch den modernen Lufthansa Check-in Bereich am Flughafen. Im Hintergrund sind weitere Passagiere und Lufthansa-Schalter zu sehen, die das Reisen und Business-Fliegen thematisieren.
Business-Class-Kunden von Lufthansa müssen auf bestimmten Langstrecken tiefer in die Tasche greifen. Foto: Lufthansa

Dies legt eine Analyse des Portals „Meilenoptimieren“ nahe, über das auch die Flugexperten von Aerotelegraph berichtet haben. Die Auswertung, die Daten vom Dezember 2025 mit aktuellen Buchungen vergleicht, zeigt: Die Ticketpreise bei der Lufthansa Group sind auf einigen Langstrecken spürbar gestiegen – je nach Strecke und Reiseklasse um bis zu 300 Euro für einen Hin- und Rückflug.

Vor allem Premium-Klassen betroffen

Betroffen sind vor allem Flüge in der First und Business Class nach Nord- und Mittelamerika. Zum Beispiel verteuerte sich laut der Auswertung ein Business-Class-Flug von Frankfurt nach New York und zurück um rund 200 Euro, in der First Class um etwa 300 Euro. In Einzelfällen summieren sich die Zuschläge sogar auf über 3.000 Dollar bei Abflug in Nordamerika.

In der Economy Class wurde indes deutlich moderater erhöht, je nach Strecke meist im Bereich zwischen 10 bis 50 Euro. Auch sind die Änderungen stark streckenabhängig: So blieben Preise etwa nach Ostasien teils stabil oder sanken leicht.

Treibstoff ist nur eine Kostenposition

Es liegt nahe, dass die Erhöhungen auch mit dem Iran-Krieg und dessen Folgen zusammenhängen. Aber dies wirkt sich nicht nur auf die Öl- und Treibstoffpreise aus, sondern auch auf andere Kostenpunkte, etwa Flugrouten und Versicherungen.

Lufthansa selbst hält sich auf Anfrage bedeckt und macht nur allgemeine Aussagen zur Preisbildung. Danach setzen sich die Ticketpreise aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen – unter anderem der „International Surcharge“, mit der die Airlines des Konzerns einen Teil der nicht beeinflussbaren Gebühren und Kosten bestreiten. „Und Treibstoff bildet nur eine Position des Zuschlags“, so ein Lufthansa-Sprecher.