Kerosinkosten: Deutsche Airlines warten noch ab

Wegen des sprunghaften Anstiegs der Öl- und Treibstoffpreise im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Airlines ihre Ticketpreise angehoben.

Medienberichten zufolge haben unter anderem Qantas, Air New Zealand und SAS ihre Preise erhöht. Auch Sri Lankan Airlines sehe sich gezwungen, die Treibstoffzuschläge mit Wirkung zum 14. März anzupassen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der asiatischen Fluglinie an Vertriebspartner. Und die Erhöhung fällt deutlich aus: Für Oneway-Flüge sind es statt bisher 222 nun 297 Euro, für Hin- und Rückflüge werden jetzt 594 Euro berechnet – satte 150 Euro mehr als bisher.

Auf dem Bild ist ein Flugzeugflügel aus nächster Nähe zu sehen, an dem dicke Betankungsschläuche angeschlossen sind und die Sonne am Horizont über dem Flughafen auf- oder untergeht. Die Szene zeigt den Prozess des Flugzeugtankens mit Kerosin auf dem Rollfeld.
Tanken ist teuer geworden. Einige Airlines haben schon mit Preiserhöhungen reagiert. Foto: Chalabala/iStock

Kurzfristige Schwankungen durch Hedging abgesichert

Deutsche Fluggesellschaften verhalten sich indes zunächst abwartend, da sie sich in der Regel mit Preissicherungskontrakten – so genanntes Fuel Hedging – für einen gewissen Zeitraum gegen Preissprünge absichern. So verfügt auch Condor nach eigenen Angaben „über ein marktübliches Hedging-Programm“, wodurch sich kurzfristige Preisschwankungen nur begrenzt auf die Kostenstruktur auswirken. Allerdings hänge die weitere Entwicklung „stark von Dauer und Intensität der geopolitischen Lage sowie den langfristigen Auswirkungen auf die Energiemärkte ab“, erklärt eine Airline-Sprecherin auf Anfrage.

Auch Lufthansa setzt auf dieses Instrument und legt beim Fuel Hedging in der Regel einen Zeithorizont von 24 Monaten an, wie das Fachportal Aero.de berichtet. Der Konzern verweist aber auch darauf, dass die Preise grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage in Verbindung mit Wettbewerb bestimmt werden und sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzen. Dazu gehöre auch die „International Surcharge“, mit der die Airlines der Lufthansa Group einen Teil der nicht beeinflussbaren Gebühren und Kosten bestreiten. „Und Treibstoff bildet nur eine Position des Zuschlags“, so ein Lufthansa-Sprecher gegenüber touristik aktuell.

TUI Fly verweist auf Veranstalter

Ferienflieger TUI Fly hat die Ticketpreise bisher ebenfalls nicht verändert. Ein Konzernsprecher verweist zudem darauf, dass die TUI-eigene Fluglinie „fast ausschließlich Pauschalreisegäste befördert, wo der Flugpreis Bestandteil eines Gesamtpakets des Reiseveranstalters ist“. Sprich: Letztlich ist es Sache des Veranstalters, ob und inwieweit dieser Preiserhöhungen der Airlines weitergibt.