AG Karibik sieht Vielfalt als Schlüssel zum Erfolg

Zwei Wasserfälle stürzen in einer üppig bewachsenen, felsigen Schlucht in die Tiefe, im Vordergrund steht ein Warnschild an einem steinigen Bachlauf.
Dominica, im Bild die Trafalgar Falls, ist so ganz anders, als man sich eine Karibikinsel vorstellt. Foto: fotoember/iStock

Dominik Riber, Vorsitzender der AG Karibik, sieht großes Potenzial im deutschen Markt und fordert mehr Engagement der Veranstalter für die Region.

Dominik Riber, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Karibik und Managing Director Europe bei Sandals, sieht großes Potenzial für die Karibik im deutschen Markt. Im Interview mit touristik aktuell betont er, dass die Region nicht über den Preis verkauft werde, sondern über ihre Vielfalt. „Die Karibik ist ein Erlebnis. Sie ist kein austauschbarer Urlaub“, so Riber. Eine Kombination mehrerer Inseln oder ein längerer Aufenthalt ermögliche Reisenden, die Mischung aus Natur, Kultur, Kulinarik und Lebensgefühl zu entdecken.

Auch Kreuzfahrten spielen laut Riber eine wichtige Rolle, jedoch nicht als Konkurrenz zum klassischen Hotelurlaub. Vielmehr seien sie „ein tolles Medium, um zu einem sehr attraktiven Preis in die Region einzusteigen“. Viele Gäste nutzten Kreuzfahrten, um sich einen Überblick zu verschaffen, und kehrten später für längere Aufenthalte zurück. Reisebüro-Mitarbeiter könnten hiervon profitieren, indem sie gezielt nach den Vorlieben ihrer Kunden fragten und daraus Angebote für den nächsten Karibik-Urlaub entwickelten.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.
Ein Porträt eines Mannes mit hellbraunem Haar, der ein blaues Sakko, ein weißes Hemd und eine gemusterte Krawatte vor einem grauen Hintergrund trägt.
Dominik Riber ist seit 2021 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Karibik. Foto: privat

Große Inseln, kleine Inseln – und der Sommer

Welche Karibikinsel zu welchem Kunden passe, lasse sich laut Riber nicht pauschal beantworten. Große Destinationen wie Jamaika, die Dominikanische Republik oder die mexikanische Karibikküste seien ideal für Gäste, die ein breites Hotelangebot und gute Infrastruktur suchen. Kleinere Inseln wie Barbados, Saint Lucia oder Grenada punkteten mit Boutique-Resorts, authentischen Erlebnissen und Kulinarik. Naturfreunden empfiehlt Riber die kleine Insel Dominica. Nachhaltigkeitsorientierte Reisende sind außerdem auf Bonaire gut aufgehoben.

Viele Chancen für Karibik-Neukunden biete laut Riber auch der Sommer, da das Preis-Leistungs-Verhältnis dann besonders attraktiv sei. „Ich brauche hier nicht langfristig planen, die großen Inseln sind kurzfristig gut zu erreichen, auch für Familien. Über europäische Drehkreuze bestehen gute Verbindungen zu verschiedenen Inseln, vor allem in die niederländische Karibik“, so Riber weiter. Jedoch müsse die Hurrikansaison von Juni bis November differenziert betrachtet werden, da nicht alle Inseln gleichermaßen betroffen seien. „Die ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curacao sowie Trinidad und Tobago liegen außerhalb des Haupt-Hurrikangürtels“, erklärt Riber.

Gewünscht: mehr Famtrips, mehr Engagement der Veranstalter

Info-Reisen für Reisebüro-Mitarbeiter seien essenziell, um die Vielfalt der Karibik besser zu verstehen. Während Famtrips in die Türkei oder die Dominikanische Republik häufig stattfinden, gebe es für die kleineren Karibikinseln noch Nachholbedarf. „Gerade dort liegt die besondere Würze der Karibik. Diese Vielfalt sucht ihresgleichen“, so Riber.

Zudem fordert er mehr Engagement von Veranstaltern. „Ich glaube, sie vertun eine Riesenchance mit der Karibik“, sagt Riber. Deutsche Gäste blieben oft länger als Amerikaner und gäben vor Ort mehr Geld aus, doch viele Veranstalter zeigten sich zu zurückhaltend. Ein häufig genanntes Hindernis sei die begrenzte Zahl an Direktflügen. Für Riber greift dieses Argument zu kurz: „Märkte entstehen nicht von allein.“ Airlines, Veranstalter und Destinationen müssten ihre Planungen frühzeitig abstimmen und Verbindungen gemeinsam vermarkten.

Den kompletten Artikel lesen Sie im Karibik-Schwerpunkt in ta 15/2026 und im E-Paper.