
Die Touristenabgabe auf den Balearen nimmt langsam konkrete Züge an. Sie soll im Frühjahr des nächsten Jahres eingeführt werden und für Erwachsene bis zu zwei Euro pro Tag kosten. Kinder bis 14 Jahre sind von der Steuer befreit.
Das Überraschende: Selbst Kreuzfahrtpassagiere sollen zahlen. Für sie gilt in der Hochsaison die Maximalsteuer von zwei Euro. Diese wird zudem von Gästen in Fünf- und Vier-Sterne-Hotels und in Ferien-Apartments im gehobenen Segment kassiert. In der Nebensaison bezahlen sie lediglich die Hälfte.
Diese Regelung gilt auch für die anderen Steuersätze. Sie betragen bei Fincas und Ferienwohnungen im Drei-Sterne-Bereich 1,50 Euro pro Person und Tag, bei Ein- bis Drei-Sterne-Hotels einen Euro. Gäste in Landhotels werden in der Hochsaison mit einem Euro zur Kasse gebeten. Die neue, in Deutschland als Kurtaxe bekannte Steuer wird auch von Mallorquinern erhoben, die in einem Hotel oder einem Ferienhaus übernachten.
Die Einnahmen sollen zur Erhaltung der Umwelt und zur Verbesserung des touristischen Angebots verwendet werden. „Die Besucher werden dazu beitragen, das Paradies der Balearen zu erhalten“, zeigt sich Tourismusminister Biel Barcelo überzeugt.
Für Francina Armengol, Ministerpräsidentin der Balearen, geht es auch um die „Solidarität der Touristen mit ihrem Urlaubsziel“. Die Abgabe sei zweckgebunden und werde in die touristische Infrastruktur und die Nachhaltigkeit des Tourismus auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln investiert.
Die Regierung rechnet durch die Abgabe mit jährlichen Einnahmen von mindestens 50 Millionen Euro. Bevor die Steuer tatsächlich erhoben werden kann, muss erst ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden. Dies gilt allerdings inzwischen als Formsache.
Vom Tisch sind unterdessen die Pläne, die Abgabe an Flughäfen und in Häfen zu kassieren. Stattdessen sollen ähnlich wie in Deutschland die jeweiligen Unterkünfte sowie die Kreuzfahrtunternehmen die Steuer kassieren und an die Landesregierung weiterleiten.


